1. Und also gebot der Herr den Königen, und den Mächtigen, und den Hohen und denjenigen, welche die Erde bewohnen, und sprach: "Öffnet euere Augen und erhebt euere Hörner, wenn ihr fähig seid zu erkennen den Auserwählten!" 2. Und es saß der Herr der Geister auf dem Throne seiner Herrlichkeit, 3. und der Geist der Gerechtigkeit war ausgegossen über ihm. 4. Das Wort seines Mundes wird töten alle Sünder und alle Ungerechten, und aus seinem Angesicht werden sie vertilgt werden. 5. Und es werden aufstehen an jenem Tage alle Könige, Mächtige und Hohe, und diejenigen, welche die Erde besitzen, und werden ihn sehen und erkennen, daß er sitzt auf dem Throne seiner Herrlichkeit, und die Gerechten in Gerechtigkeit vor ihm gerichtet werden. 6. Und eitles Wort ist's nicht, was gesprochen wird vor ihm. 7. Und es wird über sie kommen Schmerz, gleich dem Weibe, das in Wehen, und dem es schwer macht die Geburt, und wenn sein Kind zu dem Munde der Mutter kommt, und es ihm schwer macht im Gebären. 8. Und es wird ansehen ein Teil von ihnen den anderen. Und sie werden bestürzt sein und ihr Antlitz niederschlagen. 9. Und es wird sie ergreifen Schmerz, wenn sie sehen werden jenen Sohn des Weibes sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit. 10. Und ihn werden rühmen und ihn preisen und ihn erheben die Könige, die Mächtigen und alle die, welche die Erde besitzen, ihn, welcher alles beherrscht, welcher verborgen war, denn zuvor war verborgen der Menschensohn, und bewahrte der Erhabene vor seiner Macht, und offenbarte ihn den Auserwählten. 11. Und er wird säen die Gemeine der Heiligen und der Auserwählten, und vor ihm werden stehen alle Auserwählte an jenem Tage. 12. Und niederfallen werden alle Könige, Mächtige und Hohe, und diejenigen, welche die Erde beherrschen, vor ihm auf ihr Antlitz und anbeten. 13. Und sie werden ihre Hoffnung setzen auf jenen Menschensohn, zu ihm flehen und Gnade erbitten von ihm. 14. Und gelangen lassen wird sie bis zu ihm der Herr der Geister, auf daß sie eilen und hinweggehen aus seinem Angesicht. Und ihr Antlitz wird erfüllt sein mit Schande, und Finsternis wird er reichen ihrem Antlitz. Und ergreifen werden sie die Engel der Strafe, auf daß sie Vergeltung nehmen an denjenigen, welche bedrücken seine Kinder und seine Auserwählten. Und sie werden ein Beispiel sein den Gerechten und seinen Auserwählten. Über sie werden diese sich freuen; denn der Zorn des Herrn der Geister wird auf ihnen ruhen. 15. Und das Schwert des Herrn der Geister wird trunken sein von ihnen. Aber die Gerechten und Auserwählten werden unversehrt sein an jenem Tage, und das Antlitz der Sünder und der Ungerechten werden sie nicht schauen von dieser Zeit. 16. Und der Herr der Geister wird über ihnen weilen. 17. Und mit jenem Menschensohn werden sie wohnen, und essen, und sich niederlegen und aufstehen in Ewigkeit zu Ewigkeit. 18. Und aufgestanden sind die Gerechten und Auserwählten von der Erde, und haben aufgehört, ihre Antlitze niederzuschlagen, und haben sich bekleidet mit dem Kleide des Lebens. Und dieses wird sein ein Kleid des Lebens bei dem Herrn der Geister, und eure Kleider werden nicht altern, und eure Herrlichkeit wird nicht abnehmen vor dem Herrn der Geister.

Kap. 62

1. In jenen Tagen werden bitten die Könige, die Mächtigen und die, welche die Erde besitzen, von seinen Engeln der Strafe, wohin sie überliefert worden sind, daß er ihnen gebe ein wenig Ruhe, und (zwar) damit sie niederfallen und anbeten vor dem Herrn der Geister, und bekennen ihre Sünden vor ihm. 2. Und sie werden preisen und rühmen ihn, den Herrn der Geister und sagen: "Gepriesen sei der Herr der Geister, und der Herr der Könige, und der Herr der Mächtigen, und der Herr der Herren, und der Herr der Herrlichkeit und der Herr der Weisheit. 3. Er wird ans Licht bringen jedes Geheimnis. 4. Und deine Macht ist von Geschlecht zu Geschlecht, und deine Herrlichkeit in Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Tief sind alle deine Geheimnisse und ohne Zahl, und deine Gerechtigkeit hat kein Maß jetzund. 6. Wir haben erkannt, daß wir rühmen und preisen sollen den Herrn der Könige, und ihn, welcher König ist über alle Könige." 7. Und sie werden sagen: "Wer hat uns Ruhe gegeben, in zu rühmen, und ihn zu verherrlichen, und ihn zu preisen und zu bekennen vor seiner Herrlichkeit? 8. Und nun ist kurz die Ruhe, welche wir wünschen, aber wir werden (sie) nicht finden; wir möchten sie erjagen, aber werden (sie) nicht erfassen. Und Licht ist für immer vor uns verschwunden, und Finsternis sind unsere Throne in Ewigkeit zu Ewigkeit. 9. Denn vor ihm haben wir nicht bekannt, und wir haben nicht gerühmt im Namen des Herrn der Könige, und wir haben nicht gerühmt den Herrn in allen seinen Werken, sondern wir haben vertraut auf das Königtum und unsere Herrlichkeit. 10. Und an dem Tage unserer Trübsal und unserer Not wird er uns nicht erlösen, noch werden wir Ruhe erlangen. Wir werden bekennen; weil treu ist unser Herr in allen seinen Werken, in allen seinen Gerichten und in seiner Gerechtigkeit. 11. Und auf die Person werden seine Gerichte nicht Rücksicht nehmen, und wir werden gehen aus seinem Angesicht wegen unserer Taten. 12. Und alle unsere Sünden sind nach Gerechtigkeit gezählt worden." 13. Alsdann werden sie sagen zu sich selbst: "Gesättigt ist unsere Seele mit dem Reichtum des Unrechts; 14. aber das wendet nicht ab unser Hinabsteigen in die beschwerliche Hitze der Hölle." 15. Und hierauf wird sich erfüllen ihr Antlitz mit Finsternis und Scham vor jenem Menschensohn, und aus seinem Angesicht wird man sie vertreiben, und das Schwert wird bleiben vor seinem Angesicht in ihrer Mitte. 16. Und so sprach der Herr der Geister: "Dies ist der Beschluß gegen sie und das Gericht der Mächtigen, und der Könige, und der Hohen und derjenigen, welche die Erde besitzen, vor dem Herrn der Geister."

Kap. 63

Und andere Gesichte sah ich. An jenem geheimen Orte hörte ich die Stimme eines Engels, welcher sagte: "Dies sind diejenigen Engel, welche herabstiegen vom Himmel auf die Erde, welche Verborgenes enthüllen den Menschenkindern, und verführten die Menschenkinder, daß sie Sünde taten."

[Kap. 64, Sect. XI

1. Und in jenen Tagen sah Noah, daß die Erde sich niederbog, und daß nahe war ihr Untergang. 2. Und er erhob seine Füße von dort und ging bis zu den Enden der Erde, und zu der Wohnung seines Großvaters Henoch. 3. Und es sprach Noah mit einer traurigen Stimme: "Höre mich! höre mich! höre mich!" dreimal. Und er sprach zu ihm: "Sage mir, was ist's, das geschieht auf Erden; denn so ermattet ist die Erde und erschüttert. Gewiß werde ich untergehen mit ihr." 4. Und nach dieser Zeit war eine große Bewegung auf Erden, und gehört wurde eine Stimme vom Himmel. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht, und es kam Henoch, mein Großvater, und trat zu mir. 5. Und er sagte mir: "Warum schriest du zu mir mit traurigem Geschrei und Weinen? 6. Und ein Befehl ist ausgegangen von dem Herrn über die, welche wohnen auf der Erde, daß es ihr Ende sei; denn sie kennen jedes Geheimnis der Engel, und jede Bedrückung der Teufel, und alle ihre geheimen Kräfte, und alle Kräfte derjenigen, welche Zauberei treiben, und die Kräfte der Bindungen, und die Kräfte derjenigen, welche gießen das Gegossene der ganzen Erde, 7. und wie erzeugt wird das Silber aus dem Staube der Erde, und wie der Tropfen wird unter der Erde. Denn Blei und Zinn werden nicht erzeugt von der Erde, so daß sie die erste Quelle wäre, welche sie erzeugte. 8. Und ein Engel, welcher versteht, (ist) darin, und voran kommt dieser Engel." 9. Und herauf ergriff mich mein Großvater Henoch mit seiner Hand, und sagte mir: "Gehe; denn ich habe gefragt den Herrn der Geister über diese Bewegung auf der Erde." Und er sprach zu mir: "Wegen ihres Unrechts sind vollbracht ihre Gerichte, und zwar ohne Zahl, vor mir, wegen der Monde, welche sie untersuchten; und sie erkannten, daß die Erde untergehen werde, und diejenigen, welche auf ihr wohnen. Und für sie wird keine Zuflucht sein in Ewigkeit; 10. denn sie haben ihnen gezeigt das Geheime. Und diejenigen, welche gerichtet worden sind, nicht aber für dich, mein Sohn, meint der Herr der Geister; denn du bist rein und gut, dann tadelst du das Geheime. 11. Und er hat bestätigt deinen Namen in der Mitte der Heiligen, und wird dich bewachen von denen, welche wohnen auf der Erde. Und er bestätigt deinen Samen in Gerechtigkeit zu Königen und großer Herrlichkeit, und aus deinem Samen wird hervorgehen ein Quell der Gerechten und Heiligen, und zwar ohne Zahl für immer."

Kap. 65

1. Und hierauf zeigte er mir die Engel der Strafe, welche bereit waren, zu kommen und zu öffnen jegliche Macht des Wassers, das unter der Erde, 2. damit es sei zum Gericht und zum Untergange für alle diejenigen, welche hausen und wohnen auf der Erde. 3. Und es befahl der Herr der Geister den Engeln, denen, welche ausgehen werden, nicht aufzunehmen die Männer und zu erhalten; 4. denn jene Engel waren über jeglicher Macht der Wasser. Und ich ging hinweg von dem Angesichte Henochs.

Kap. 66