Vorbemerkung:
Hinweis des Abschreibers: Die Originalausgabe besteht zu ca. 90% aus
Kommentar und Exkursen; in die Abschrift wurde nur der reine Text des
Henochbuches übernommen.
Rechtschreibkorrekturen in der Abschrift: Die Urabschrift unterscheidet sich vom Originaltext nur typographisch: "Ae und Ue" sind durch "Ä und Ü" ersetzt, sowie "sz" in typographisch alter Setzung durch "ß" ersetzt. Die hier vorgelegte korrigierte Fassung des Textes enthält gegenüber dem Originaltext folgende Änderungen bzw. Ersetzungen: Ziffern bis 12 durch Zahlwörter; sahe durch sah; Theile durch Teile; Thore durch Tore; Behältniß durch Behältnis; Finsterniß durch Finsternis; Maaß durch Maß; Gränze durch Grenze - sowie Vergleichbare. Eine Rechtschreibkorektur nach alter Schreibung wurde durchgeführt und dabei nur einige wenige heute nicht mehr verwendete Schreibweisen belassen. Die Interpunktion wurde wie im Original beibehalten. Vokalattribute: In Eigennamen sind im Original an einigen Stellen Vokalattribute gesetzt, wovon in der verwendeten Schriftart das "nach oben offene Kreissegment" nicht zur Verfügung steht. Über "a" und "e" ist dieses daher weggelassen. Anstelle dessen ist, wo es sinnvoll erschien, "ë" gesetzt.
Band II des Originals (Kapitel 56 bis 105) mit Titelseiten folgt nach
Kapitel 55.
Das Buch Henoch
Kap. 1 1. Die Segensworte Henochs, womit er segnete die Auserwählten und die Gerechten, welche leben werden in der Zeit der Trübsal, wo verworfen werden alle Bösen und Gottlosen. Henoch, ein gerechter Mann, welcher mit Gott war, redete und sprach, als seine Augen geöffnet worden und er gesehen ein heiliges Gesicht in den Himmeln: Dies zeigten mir die Engel. 2. Von ihnen hörte ich alle Dinge und verstand, was ich sah; das, was geschehen wird nicht in diesem Geschlecht, sondern in einem Geschlecht, welches kommen wird in ferner Zeit, um der Auserwählten willen. 3. Um ihretwillen sprach und redete ich mit ihm, der da hervorgehen wird aus seiner Wohnung, dem Heiligen und Mächtigen, dem Gott der Welt, 4. welcher dann treten wird auf den Berg Sinai, erscheinen mit seinem Heer und sich offenbaren mit der Stärke seiner Macht vom Himmel. 5. Alles wird erschrecken und die Wächter sind bestürzt. 6. Große Furcht und Zittern ergreift sie bis zu den Enden der Erde. Die erhabenen Berge erbeben und die hohen Hügel werden erniedrigt und schmelzen wie Honigseim in dem Feuer. Die Erde wird überflutet werden und alles, was auf derselben ist, umkommen, wenn das Gericht kommt über alle, auch die Gerechten. 7. Aber ihnen wird er Friede geben; er wird erhalten die Auserwählten und gegen sie gnädig sein. 8. So werden denn alle Gottes sein, glücklich und gesegnet und der Glanz Gottes wird sie erleuchten.
Kap. 2
Siehe! er kommt mit Myriaden seiner Heiligen, Gericht über sie zu halten, zu vertilgen die Bösen und zu strafen alles Fleisch über jegliches, was die Sünder und Gottlosen getan und begangen haben gegen ihn.
Kap. 3
1. Alle, die im Himmel sind, wissen, was (dort) geschieht; 2. daß die himmlischen Lichter nicht ändern ihre Bahn, daß ein jedes aufgeht und untergeht nach seiner Ordnung, ein jedes zu seiner Zeit ohne Übertretung der Gebote. Sie sehen die Erde und vernehmen, was dort geschieht vom Anfang bis zu ihrem Ende; 3. daß jedes Werk Gottes unveränderlich ist zur Zeit seiner Erscheinung. Sie schauen Sommer und Winter, daß die ganze Erde voll Wasser ist und daß die Wolken, der Tau und der Regen sie erfrischen.