Kap. 4
Sie betrachten und sehen jeden Baum, wie er verdorrt und jedes Blatt abfällt, außer vierzehn Bäumen, welche ihr Laub nicht abwerfen, sondern warten von dem alten bis zum neuen, zwei oder drei Winter lang.
Kap. 5
Wiederum bemerken sie in den Tagen des Sommers, daß die Sonne in demselben gerade in ihrem Anfange ist, wenn ihr nach einem bedeckten und schattigen Baume sucht wegen der brennenden Sonne, wenn die Erde von der heftigen Hitze versengt wird und ihr nicht zu wandeln vermögt weder auf dem Erdboden noch auf den Felsen in Folge dieser Hitze.
Kap. 6
1. Sie bemerken, wie die Bäume, wenn sie ihre grünen Blätter hervortreiben, sich bedecken und Früchte tragen; sie vernehmen alles und wissen, daß er, der ewig lebt, alles dieses für euch tut: 2. (daß) die Werke beim Beginn eines jeglichen Jahres, daß alle seine Werke ihm dienen und unveränderlich sind; doch wenn Gott es beschlossen hat, so müssen alle Dinge vergehen. 3. Sie sehen auch, wie die Meere und die Flüsse allzumal erfüllen ihre Arbeit: 4. (Aber) ihr harret nicht in Geduld, noch vollbringt ihr die Befehle des Herrn; sondern ihr widerstrebt und verlästert (seine) Größe und übelwollend sind die Worte in eurem befleckten Munde gegen seine Majestät. 5. Ihr Verdorrte am Herzen, kein Friede wird euch zu Teil werden! 6. Darum werdet ihr eure Tage verfluchen und die Jahre eures Lebens werden vergehen; unaufhörliche Verwünschung wird sich aufhäufen und ihr werdet keine Gnade erlangen. 7. In diesen Tagen werdet ihr euren Frieden vertauschen mit ewiger Verfluchung von seiten aller Gerechten, und die Sünder werden euch unaufhörlich verwünschen, 8. euch mit den Gottlosen. 9. Die Auserwählten werden Licht, Freude und Friede besitzen und die Erde ererben. 10. Aber ihr, ihr Unheiligen, werdet verdammt werden. 11. Dann wird Weisheit verliehen den Auserwählten; sie alle werden leben und nicht wiederum aus Gottlosigkeit oder Hochmut Übertretung begehen, sondern sie werden sich demütigen im Besitz von Klugheit und die Übertretung nicht wiederholen. 12. Sie werden nicht verdammt werden während der ganzen Zeit ihres Lebens, noch sterben in Qual und Zorn; sondern die Zahl ihrer Tage wird erfüllt und sie werden alt in Frieden; und die Jahre ihrer Glückseligkeit werden gemehrt in Freude und in Friede für immer, so lange sie nur leben.
Kap. 7
1. Es geschah, nachdem die Menschenkinder sich gemehrt hatten in diesen Tagen, daß ihnen herrliche und schöne Töchter geboren wurden. 2. Und als die Engel, die Söhne des Himmels sie erblickten, erbrannten sie in Liebe zu ihnen und sprachen zueinander: Kommt, laßt uns für uns Weiber auswählen aus der Nachkommenschaft der Menschen und laßt uns Kinder zeugen. 3. dann sprach Samjaza, ihr Anführer, zu ihnen: ich fürchte, daß ihr vielleicht der Ausführung dieses Unternehmens abgeneigt werdet, 4. und daß ich allein dulden müßte für ein schweres Verbrechen. 5. Aber sie antworteten ihm und sprachen: Wir schwören alle, 6. und verpflichten uns durch Verwünschungen gegenseitig, daß wir nicht ändern unser Vorhaben, sondern ausführen unser beabsichtigtes Unternehmen. 7. Dann schworen sie alle einander und alle verpflichteten sich durch gegenseitige Verwünschungen. Ihre Zahl betrug zwei Hundert, welche herabstiegen auf Ardis, den Gipfel des Berges Armon. 8. Dieser Berg wurde deshalb Armon genannt, weil sie geschworen hatten auf ihm und sich gebunden durch gegenseitige Verwünschungen. 9. Dies sind die Namen ihren Häupter: Samjaza, welcher ihr Führer war, Urakabarameel, Akibeel, Tamiel, Ramuel, Danel, Azkeel, Sarakujal, Afael, Armers, Batraal, Anane, Zavebe, Samsaveel, Ertael, Turel, Jomjael, Arazjal. Dies waren die Vorsteher der zweihundert Engel und die Übrigen waren mit ihnen. 10. Dann nahmen sie Weiber, ein jeder wählte sich; ihnen begannen sie sich zu nahen und ihnen wohnten sie bei, lehrten sie Zauberei, Beschwörungen und das Teilen von Wurzeln und Bäumen. 11. Und die Weiber empfingen und gebaren Riesen, 12. deren Länge dreihundert Ellen betrug. Diese verschlangen allen Erwerb der Menschen, bis es unmöglich wurde, sie zu ernähren. 13. Da wandten sie sich gegen Menschen, um sie zu essen, 14. und begannen zu verletzen Vögel, Tiere, Gewürm und Fische, ihr Fleisch zu essen eins nach dem andern und zu trinken ihr Blut. 15. Dann tadelte die Erde die Ungerechten.
Kap. 8
1. Überdies lehrte Azaziel die Menschen Schwerter machen und Messer, Schilde, Brustharnische, die Verfertigung von Spiegeln und die Bereitung von Armbändern und Schmuck, den Gebrauch der Schminke, die Verschönerung der Augenbrauen, (den Gebrauch der) Steine von jeglicher köstlichen und auserlesenen Gattung und von allen Arten der Farbe, so daß die Welt verändert wurde. 2. Gottlosigkeit nahm zu, Hurerei mehrte sich und sie sündigten und verderbten alle ihren Weg. 3. Amazarak lehrte alle die Zauberer und Wurzelteiler; 4. Armers die Lösung der Zauberei; 5. Barkajal die Beobachter der Sterne; 6. Akibeel die Zeichen, 7. Tamiel lehrte Astronomie, 8. und Asaradel lehrte die Bewegung des Mondes. 9. Aber die Menschen, da sie untergingen, klagten und ihre Stimme gelangte bis zum Himmel.