Man mochte Wunder sagen von dem Hofgelag. 31
Siegmund und Siegelind gewannen an dem Tag
Viel Ehre durch die Gaben, die spendet' ihre Hand:
Drum sah man viel der Fremden zu ihnen reiten in das Land.

Vierhundert Schwertdegen sollten gekleidet sein 32
Mit dem jungen Könige. Manch schönes Mägdelein
Sah man am Werk geschäftig: ihm waren alle hold.
Viel edle Steine legten die Frauen da in das Gold,

Die sie mit Borten wollten auf die Kleider nähn 33
Den jungen stolzen Recken; das muste so ergehn.
Der Wirth ließ Sitze bauen für manchen kühnen Mann
Zu der Sonnenwende, wo Siegfried Ritters Stand gewann.

Da gieng zu einem Münster mancher reiche Knecht 34
Und viel der edeln Ritter. Die Alten thaten recht,
Daß sie den Jungen dienten, wie ihnen war geschehn,
Sie hatten Kurzweile und freuten sich es zu sehn.

Als man da Gott zu Ehren eine Messe sang, 35
Da hub sich von den Leuten ein gewaltiger Drang,
Da sie zu Rittern wurden dem Ritterbrauch gemäß
Mit also hohen Ehren, so leicht nicht wieder geschähs.

Sie eilten, wo sie fanden geschirrter Rosse viel. 36
Da ward in Siegmunds Hofe so laut das Ritterspiel,
Daß man ertosen hörte Pallas und Saal.
Die hochbeherzten Degen begannen fröhlichen Schall.

Von Alten und von Jungen mancher Stoß erklang, 37
Daß der Schäfte Brechen in die Lüfte drang.
Die Splitter sah man fliegen bis zum Saal hinan.
Die Kurzweile sahen die Fraun und Männer mit an.

Der Wirth bat es zu laßen. Man zog die Rosse fort; 38
Wohl sah man auch zerbrochen viel starke Schilde dort
Und viel der edeln Steine auf das Gras gefällt
Von des lichten Schildes Spangen: die hatten Stöße zerschellt.

Da setzten sich die Gäste, wohin man ihnen rieth, 39
zu Tisch, wo von Ermüdung viel edle Kost sie schied
Und Wein der allerbeste, des man die Fülle trug.
Den Heimischen und Fremden bot man Ehren da genug.

So viel sie Kurzweile gefunden all den Tag, 40
Das fahrende Gesinde doch keiner Ruhe pflag:
Sie dienten um die Gabe, die man da reichlich fand;
Ihr Lob ward zur Zierde König Siegmunds ganzem Land.