Da wandten sie sich wieder. Als Volker das ersah, 1937
Zu seinem Heergesellen in Zorn sprach er da:
"Nun laßt mich von dem Hause zu den Recken gehn:
So frag ich um die Märe Die in Kriemhildens Lehn."

"Nein, wenn ihr mich lieb habt," sprach Hagen entgegen, 1938
"Kämt ihr aus dem Hause, diese schnellen Degen
Brächten euch mit Schwertern leicht in solche Noth,
Daß ich euch helfen müste, wärs aller meiner Freunde Tod.

"Wenn wir dann Beide kämen in den Streit, 1939
So möchten ihrer zweie oder vier in kurzer Zeit
Zu dem Hause springen und schüfen solche Noth
Drinnen an den Schlafenden, daß wir bereuten bis zum Tod."

Da sprach wieder Volker: "So laßt es nur geschehn, 1940
Daß sie inne werden, wir haben sie gesehn:
So können uns nicht läugnen Die Kriemhild unterthan,
Daß sie gerne treulos an den Gästen hätten gethan."

Da rief der Fiedelspieler den Heunen entgegen: 1941
"Wie geht ihr so bewaffnet, ihr behenden Degen?
Wollt ihr morden reiten, ihr Kriemhild unterthan?
So nehmt mich zur Hülfe und meinen Heergesellen an,"

Niemand gab ihm Antwort; zornig war sein Muth: 1942
"Pfui, feige Bösewichter," sprach der Degen gut,
"Im Schlaf uns zu ermorden, schlicht ihr dazu heran?
Das ward so guten Helden bisher noch selten gethan."

Bald ward auch die Märe der Königin bekannt 1943
Vom Abzug ihrer Boten: wie schwer sie das empfand!
Da fügte sie es anders; gar grimmig war ihr Muth.
Da musten bald verderben viel der Helden kühn und gut.

* * * * *

Einunddreißigstes Abenteuer.

Wie die Herren zur Kirche giengen.