Volker der schnelle lehnte von der Hand 1927
Seinen Schild den guten an des Saales Wand.
Dann wandt er sich zurücke, wo seine Geige war,
Und diente seinen Freunden: es ziemt ihm also fürwahr.
Unter des Hauses Thüre setzt' er sich auf den Stein. 1928
Kühnrer Fiedelspieler mochte nimmer sein.
Als der Saiten Tönen ihm so hold erklang,
Die stolzen Heimatlosen die sagten Volkern den Dank.
Da tönten seine Saiten, daß all das Haus erscholl; 1929
Seine Kraft und sein Geschicke die waren beide voll.
Süßer und sanfter zu geigen hub er an:
So spielt' er in den Schlummer gar manchen sorgenden Mann.
Da sie entschlafen waren und Volker das befand, 1930
Da nahm der Degen wieder den Schild an die Hand
Und gieng aus dem Hause vor die Thüre stehn,
Seine Freunde zu behüten vor Denen in Kriemhilds Lehn.
Wohl der Nacht inmitten, wenn es erst da geschah, 1931
Volker der kühne einen Helm erglänzen sah
Fernher durch das Dunkel: Die Kriemhild unterthan,
Hätten an den Gästen gerne Schaden gethan.
Bevor diese Recken Kriemhild hatt entsandt, 1932
Sie sprach: "Wenn ihr sie findet, so seid um Gott ermahnt,
Daß ihr Niemand tödtet als den einen Mann,
Den ungetreuen Hagen; die Andern rühret nicht an."
Da sprach der Fiedelspieler: "Nun seht, Freund Hagen, 1933
Uns ziemt, diese Sorge gemeinsam zu tragen.
Gewaffnet vor dem Hause seh ich Leute stehn:
So viel ich mag erkennen, kommen sie uns zu bestehn."
"So schweigt," sprach da Hagen, "laßt sie erst näher her. 1934
Eh sie uns inne werden, wird ihrer Helme Wehr
Zerschroten mit den Schwertern von unser Beider Hand:
Sie werden Kriemhilden übel wieder heimgesandt."
Der Heunenrecken Einer das gar bald ersah, 1935
Die Thüre sei behütet: wie schnell sprach er da:
"Was wir im Sinne hatten, kann nun nicht geschehn:
Ich seh den Fiedelspieler vor dem Hause Schildwacht stehn.
"Er trägt auf dem Haupte einen Helm von lichtem Glanz, 1936
Der ist hart und lauter, stark dazu und ganz.
Auch loh'n die Panzerringe ihm, wie das Feuer thut.
Daneben steht auch Hagen: die Gäste sind in guter Hut."