"Ich will das Kampfspiel mehren," sprach Hagen jedoch: 1984
"Laßt diese Frauen und die Degen noch
Sehn, wie wir reiten können: das ist wohlgethan;
Man läßt des Lobs doch wenig die Recken Gunthers empfahn."
Volker der schnelle ritt wieder in den Streit. 1985
Das schuf da viel der Frauen großes Herzeleid.
Er stach dem reichen Heunen den Sper durch den Leib:
Das sah man noch beweinen manche Maid und manches Weib.
Alsbald rückt' auch Hagen mit seinen Helden an: 1986
Mit sechzig seiner Degen zu reiten er begann
Dahin, wo von dem Fiedler das Spiel war geschehn.
Etzel und Kriemhild konnten Alles deutlich sehn.
Da wollten auch die Könige den kühnen Fiedler gut 1987
Unter den Feinden nicht laßen ohne Hut.
Da ward von tausend Helden mit großer Kunst geritten.
Sie thaten, was sie lüstete, mit gar hochfährtgen Sitten.
Als der reiche Heune zu Tode war geschlagen, 1988
Man hörte seiner Freunde Wehruf und Klagen.
All das Gesinde fragte: "Wer hat das gethan?"
"Das hat gethan der Fiedler, Volker der kühne Spielmann."
Nach Schwertern und Schilden riefen gleich zur Hand 1989
Des Markgrafen Freunde von der Heunen Land:
Zu Tode schlagen wollten sie den Fiedelmann.
Der Wirth von seinem Fenster daher zu eilen begann.
Da hob sich von den Heunen allenthalben Schall. 1990
Abstiegen mit dem Volke die Könge vor dem Saal;
Zurück die Rosse stießen Die Gunthern unterthan.
Da kam der König Etzel den Streit zu schlichten heran.
Einem Vetter dieses Heunen, den er da bei ihm fand, 1991
Eine scharfe Waffe brach er ihm aus der Hand
Und schlug sie all zurücke: er war in großem Zorn.
"Wie hätt ich meine Dienste an diesen Helden verlorn!
"Wenn ihr diesen Spielmann hättet drum erschlagen, 1992
Ich ließ' euch alle hängen! das will ich euch sagen.
Als er erstach den Heunen, sein Reiten wohl ich sah,
Daß es wider seinen Willen nur durch Straucheln geschah.
"Ihr sollt meine Gäste mit Frieden laßen ziehn." 1993
So ward er ihr Geleite. Die Rosse zog man hin
Zu den Herbergen. Sie hatten manchen Knecht,
Der ihnen war zu Diensten mit allem Fleiße gerecht.