Er dachte noch zu bleiben um die schöne Maid; 265
Vielleicht, daß er sie sähe. Das geschah auch nach der Zeit:
Wohl nach seinem Wunsche ward sie ihm bekannt.
Dann ritt er reich an Freuden heim in seines Vaters Land.

Der Wirth bat alle Tage des Ritterspiels zu pflegen; 266
Das that mit gutem Willen mancher junge Degen.
Auch ließ er Sitz' errichten vor Worms an dem Strand
Für Die da kommen sollten in der Burgunden Land.

Nun hatt auch in den Tagen, als sie sollten kommen, 267
Kriemhild die schöne die Märe wohl vernommen,
Er stell ein Hofgelage mit lieben Freunden an.
Da dachten schöne Frauen mit großem Fleiße daran,

Gewand und Band zu suchen, das sie wollten tragen. 268
Ute die reiche vernahm die Märe sagen
Von den stolzen Recken, die da sollten kommen:
Da wurden aus dem Einschlag viele reiche Kleider genommen.

Ihrer Kinder halb bereiten ließ sie Rock und Kleid, 269
Womit sich da zierten viel Fraun und manche Maid
Und viel der jungen Recken aus Burgundenland.
Sie ließ auch manchem Fremden bereiten herrlich Gewand.

* * * * *

Fünftes Abenteuer.

Wie Siegfried Kriemhilden zuerst ersah.

Man sah die Helden täglich nun reiten an den Rhein, 270
Die bei dem Hofgelage gerne wollten sein
Und den Königen zu Liebe kamen in das Land.
Man gab ihrer Vielen beides, Ross und Gewand.

Es war auch das Gestühle allen schon bereit, 271
Den Höchsten und den Besten, so hörten wir Bescheid,
Zweiunddreißig Fürsten zu dem Hofgelag:
Da zierten um die Wette sich die Frauen für den Tag.