Or è montato e salito si altero,
assai più altero ehe far non solia,
ed è assiso dentro a un verziero
e un' altra donna l'averà in balia.
Isparvier mio, com'io t'avea nodrito!
sonaglio d'oro ti facea portare,
perchè nell' uccellar fossi più ardito.
Or sei salito siccome lo mare,
ed hai rotti li geti, e se' fuggito
quand eri fermo nel tuo uccellare.
Freie Nachbildung.
Ich Arme, einen Sperber lieb zu haben!
So liebt ich ihn, daß Sehnsucht mich verzehrt.
An meinem Ruf schien sich sein Herz zu laben;
Oft hat er Kost aus meiner Hand begehrt.
Nun stieg er auf so stolz und so erhaben,
Viel stolzer als er mir sich je bewährt.
In einen Garten flog er überm Graben
Und eine andre Herrin hält ihn werth.
Wie reicht ich dir, mein Sperber, Leckerbißen!
Goldene Schellen gab ich dir zu tragen,
Dich freudiger zur Vogeljagd zu wißen.
Nun flogst du hin und läßest mich verzagen:
Du hast die Bande frevelhaft zerrißen
Just da du meisterlich verstandst zu jagen.
* * * * *
Die nahe Verwandtschaft der beiden angeblich Kürnbergschen Lieder mit dem von Kriemhildens Traum hat auf den Gedanken geführt, sie möchten alle drei demselben Dichter gehören. Ein sehr armer Dichter, der dreimal dasselbe Motiv gebrauchte! Sie können nicht einmal aus derselben Zeit herrühren: das von Kriemhilds Traum mag nach seinem an den Mythus anklingenden Inhalt wie nach der fast ganz alliterierenden Form leicht ein Jahrhundert älter sein.