Zur Vergleichung mag noch das erwähnte Lied Dietmars von Eist mit dem
Bilde des Falken hier stehen:
Es stuont eine vrouwe alleine und warte über heide und warte ir liebes, so gesach si valken vliegen:
"Sô wol dir valke, daz du bist! du vliugest swar dir liep ist: du erkiusest in dem walde einen boum der dir gevalle.
Alsô hân ouch ich getân: ich erkôs mir selbe einen man; den welten mîne ougen; daz nîdent schoene vrouwen. ouwê, wan lânt si mir mîn liep? jo engerte ich ir dekeiner trûtes niet.'
Uebersetzung.
Es stand eine Frau alleine
Und blickte über Haide,
Und blickte nach dem Lieben,
Da sah sie Falken fliegen.
"So wohl dir, Falke, daß du bist!
Du fliegst wohin dir lieb ist.
Du suchst dir in dem Walde
Einen Baum der dir gefalle.
Also hab auch ich gethan:
Ich ersah mir einen Mann,
Den erwählten meine Augen;
Das neiden andre Frauen.
O weh, so laßt mir doch mein Lieb:
Ich stellte ja nach euern Liebsten nie."
Auch ein verwandtes altitalienisches Sonett hat Haupt beigebracht:
Tapina me, che amava uno sparviero!
amava'l tanto ch'io me ne moria.
a lo richiamo ben m'era maniero,
ed unque troppo pascer no'l dovia.