Fünfzig und viere aus Burgundenland: 590
Es waren auch die besten, die man irgend fand.
Man sah sie gelblockig unter lichten Borten gehn.
Was sich bedingt der König, das sah er fleißig geschehn.
Von kostbaren Zeugen, den besten, die man fand, 591
Trugen sie vor den Gästen manch herrlich Gewand.
Zu ihrer schönen Farbe stand es ihnen gut:
Wer Einer abhold wäre, litte wohl an schwachem Muth.
Von Hermelin und Zobel viel Kleider man da fand. 592
Da schmückte sich gar Manche den Arm und auch die Hand
Mit Spangen auf der Seide, die sie sollten tragen.
Es könnt euch dieß Befleißen Niemand wohl zu Ende sagen.
Viel Gürtel kunstgeschaffen, kostbar und lang, 593
Ueber lichte Kleider die Hand der Frauen schwang
Um edle Ferransröcke von Zeug aus Arabia,
Wie man sie besser in aller Welt nicht ersah.
Man sah in Brustgeschmeide manch schöne Maid 594
Minniglich sich schnüren. Die mochte tragen Leid,
Deren lichte Farbe das Kleid nicht überschien.
So schönes Ingesinde hat nun keine Königin.
Als die Minniglichen nun trugen ihr Gewand, 595
Die sie da führen sollten, die kamen unverwandt,
Die hochgemuthen Recken in großer Zahl daher;
Man bracht auch hin viel Schilde und manchen eschenen Sper.
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Zehntes Abenteuer.
Wie Gunther mit Brunhild Hochzeit hielt.
Jenseits des Rheins sah man dem Gestad 596
Mit allen seinen Gästen den König schon genaht.
Da sah man auch am Zaume leiten manche Maid:
Die sie empfangen sollten, die waren alle bereit.