»Drinnen ists finster und heraußen licht. Wollte nur Gott, daß ich ihn schon wieder gefunden hätte!«
DEr Hodscha sah eines Tages eine Anzahl Bauern herankommen; da streckte er sich lang auf der Erde aus und blieb unbeweglich. So lag er noch, als einer von den Bauern hinkam; der, der ihn für tot hielt, ging zu seinen Gesellen zurück und sagte zu ihnen: »Der arme Hodscha ist gestorben; wir müssen unter uns für sein Begräbnis sammeln.«
Sie besteuerten einander und brachten fünfhundert Asper zusammen. Als sie dann alle um den Hodscha standen, sagten sie: »Um ein Leichentuch zu kaufen, sind hundert Asper genug; wer will es denn übernehmen, die vierhundert, die noch übrig bleiben, zu ihm nach Hause zu tragen?«
Alsbald hob der Hodscha den Kopf und rief: »Gebt nur die vierhundert Asper her: ich will sie mit Vergnügen nach Hause tragen; so viel habe ich ja in meinem ganzen Leben nicht in der Hand, geschweige denn im Besitze gehabt.«
NAch dem, was man erzählt, war einmal ein Kadi in trunkenem Zustande, als der Sultan Mehemed-Chan von ungefähr bei ihm eintrat. Und der Sultan sagte zum Kadi: »Fürchtest du nicht Gott und hast du keine Scheu vor dem Propheten? Ist es denn möglich, daß ein gelehrter Mann und Kadi seinen weißen Bart also mit Wein besudelt?«
»Padischah,« antwortete der Kadi, »wenn meine dürren Hände nicht zitterten, hätte mein Bart nicht einen Tropfen von meinem Weine bekommen.«
Der Padischah fand an dieser Antwort des Kadis ein solches Vergnügen, daß er ihm eine große Gnade erwies.