[4.]

EInes Tages ging der Hodscha ins Bad. Dort war er allein, und voller Freude darüber begann er ein paar Lieder zu singen. In dem engen Raume erschien ihm seine Stimme hübsch und angenehm, und er sagte: »Sie ist eigentlich ganz lieblich; warum sollen sich ihrer nicht auch die andern freuen?« Damit verließ er das Bad und entfernte sich. Es waren aber schon einige Stunden des Vormittags vorbei.

Ohne irgendwie zu verziehen, stieg der Hodscha auf das Minaret und rief zum Morgengebete.

Da schrie unten einer: »Was ist denn das für ein Narr, der jetzt mit seiner garstigen Stimme unser Viertel zum Morgengebete ruft?«

Und der Hodscha rief von der Höhe herab: »Ja warum findet sich denn kein gütiger Wohltäter, der hier oben auf dem Minaret ein Bad baut, um diese Stimme, über die man sich beklagt, zu ändern?«

[5.]

EInes Nachts träumte der Hodscha, als er im Bette lag und schlief, es gebe ihm einer neun Asper; und damit war er nicht zufrieden, sondern sagte: »Gib mir zehn.« Unterdessen wurde er wach, und da fand er seine Hände leer.

Das war ihm sehr leid; er schloß alsbald die Augen, streckte die Hand aus und sagte: »Ich habe mich anders besonnen; gib die neune her.«

[6.]

EInes Tages ging der Hodscha in einer einsamen Gegend, als er von der andern Seite her etliche Reiter kommen sah; es mochten Diebe sein. In der Nähe war ein Grab; er kleidete sich hastig aus und eilte in die Grabeshöhlung. Aber die Reiter hatten ihn schon bemerkt und näherten sich ihm. »He Freund,« riefen sie, »was machst du da drinnen?«