[204.]

EInes Tages kam ein Arzt auf seinem Wege an einer Begräbnisstätte vorbei; alsbald schloß er die Augen. Sein Sohn fragte ihn: »Warum tust du so?«

Der Arzt antwortete: »Ich will es vermeiden, die zu sehn, die hier sind; denn hier sind die begraben, die an meinen Tränkchen gestorben sind.«

[205.]

DEr Hodscha war zum Lehrer und Hofmeister des Sohnes des Königs bestellt worden. Nun empfahl er sich bei dem Prinzen regelmäßig, wann zum Mittagsgebete gerufen wurde. Einmal aber fuhr der Hodscha trotz diesem Rufe mit der Brille auf der Nase fort zu lesen; da sagte der Prinz: »Es ist das Zeichen zum Gebete gegeben worden; wir sind jetzt frei.«

Der Hodscha antwortete: »Ich habe es nicht gehört.«

»Wenn das so ist,« sagte der Prinz, »dann hättest du die Brille über die Ohren nehmen sollen statt über die Augen.«

[206.]

EInes Tages wurde ein junger Geck, Desdar Oglu mit Namen, von einem reichen Manne zu Tische geladen. Es wurde aber weder Pilaf, noch Fleisch aufgetragen, sondern nur eine Suppe, bei der man mit dem Reis sehr sparsam umgegangen war; und der Geck fragte recht unschicklich: »Was für eine Suppe ist das?«