»Wenn man dir sagt, die Armut sei besser als der Reichtum, so glaube es nicht.«

Der Träger ging weiter und bat ihn nach einigen Stufen wieder, zu sprechen.

»Zum dritten: wenn man dir sagt, daß es besser ist, zu Fuße zu gehn als zu reiten, so glaube es nicht; das sind die Ratschläge, die ich dir zu geben habe.«

Der Träger stieg die Treppe vollends hinauf; und als er oben war, warf er seine Last hinunter.

Der junge Mann schrie: »Was machst du da?«

Und der Träger sagte: »Wenn man dir sagt, daß in dem Pack da ein einziges Stück ganz ist, so glaube es nicht.«

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MAn erzählt, daß Nasreddin-Effendi einen Bruder hatte; sie waren beide unbeweibt, verlangten aber zu heiraten. Schließlich fanden sie zwei Mädchen nach ihren Wünschen; sie heirateten beide, und jeder gründete einen Hausstand. Nun kam einmal der Bruder des Hodschas zu diesem auf Besuch; da sah er, daß des Hodschas Frau fröhlich war, lachte und scherzte, während die seinige außerordentlich ernst war. Und er sagte zu Nasreddin: »Du bist mein Bruder; sei also so gut und sage mir, wie du es angestellt hast, daß deine Frau so vergnügter Laune ist: ich will es dann mit der meinigen ebenso machen.«

»Umsonst verrate ich es dir nicht,« sagte der Hodscha; »wenn du mir aber einen vollständigen Anzug gibst, so will ich es zuwege bringen, daß sie lacht.«

Der Bruder sagte: »Das verspreche ich dir.«