IN Adrianopel, der wohlbehüteten, war einmal ein Dichter, Silani mit Namen, und der trug eines Tages dem Volke ein ganz jämmerlich schlechtes Gedicht vor. Die Zuhörer begannen zu lachen.

»Da sieht man,« rief Silani, sich selber lobend, »daß meine Werke nicht zur weinerlichen Gattung gehören.«

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EIn Dichter, der einst der Günstling der Wesire gewesen war, erblindete am Ende seiner Tage; nun gab er Unterricht und ließ sich von seinem Knaben von Tür zu Tür führen. Da träumte einmal einem der Wesire, daß er ihn also herabgekommen sehe. Der Wesir rief sich alle Einzelheiten der Vergangenheit dieses armen Menschen ins Gedächtnis, und am Morgen ging er ihn aufsuchen und sagte zu ihm: »Kennst du mich?«

»Warum sollte ich dich nicht kennen? wenn ich auch das Gesicht verloren habe, so ist mir doch das Gehör geblieben. Früher habe ich deine gütigen Wohltaten genossen; bist du nicht derundder Pascha?«

Der Wesir fuhr fort: »Und dieser Knabe, ist er dein Sohn?«

»Er ist mein Knabe und dein Diener.«

»Kann er lesen?«

»Freilich.«