»Und was liest er denn?«
»Er sieht die jämmerliche Lage, worin sich sein Vater befindet; drum liest er Verwünschungen gegen die, die ihn ohne Unterstützung seinem unglücklichen Schicksal überlassen.«
EIn Kalender verabsäumte es, im Ramasan die vorgeschriebenen Fasten einzuhalten; andererseits aber unterließ er es nicht, allnächtlich kurz vor Sonnenaufgang zu essen. Man fragte ihn: »Da du bei Tage keineswegs fastest, warum ißt du dann vor Tagesanbruch?«
Und der Kalender antwortete: »Wenn einer nicht nur das Gesetz, sondern auch die Überlieferung außer acht ließe, müßte denn der nicht zu den Ungläubigen gezählt werden?«
ALs der Hodscha einmal ackerte, riß ein Riemen. Sofort wickelte er seinen Turban ab, band ihn an die Stelle des Riemens an den Ochsen und den Pflug, packte den Stachel und trieb den Ochsen an; der nahm einen Ruck, so daß der Turban auf Stücke ging, und kehrte sich um. Da schrie der Hodscha: »So ein dummes Vieh! zieht es an einem Turban ebenso stark wie an einem Riemen!«
DEr Hodscha erging sich eines Tages mit seinem Sohne, als sie einem Leichenzuge begegneten; und hinter dem Zuge kam die junge Gattin des Verstorbenen, die ihren Schmerz in bittern Klagen ausströmte: »Noch heute hat er gegessen, getrunken und unter der Decke geschlafen; und jetzt bringt man ihn an einen Ort, wo es nichts zu essen gibt und nichts zu trinken, keine Decke, kein Bett, ja nicht einmal eine Matte.«
»Vater,« sagte der Sohn des Hodschas, »bringt man den Toten zu uns?«