ALs der Hodscha-Effendi — Gottes Gnade sei mit ihm — in Konia war, trat er in den Laden eines Halwaverkäufers[66]; und schon sagte er: »Im Namen Gottes« und begann von den Kuchen zu essen. Der Verkäufer aber schlug mit den Worten: »Was tust du da?« auf ihn los.
Doch der Hodscha sagte: »Was für eine herrliche Stadt ist doch dieses Konia! Mit Schlägen zwingen sie einen, daß man Halwa ißt!«
IM Monate Ramasan verfiel der Hodscha auf den Gedanken, sich, um das den Gläubigen auferlegte Fasten beobachten zu können, einen Topf anzuschaffen, worin er jeden Tag ein Steinchen tun wollte. Eines Tages warf aber sein Töchterchen eine Hand voll Steine in den Topf. Kurz darauf wurde der Hodscha gefragt, der wievielte sei.
»Wartet einen Augenblick,« sagte er; »ich will nachsehn.«
Er ging ins Haus, schüttete den Topf aus und zählte die Steine; da fand er, daß es hundertzwanzig waren. »Sage ich eine derartige Ziffer,« dachte er, »so werden sie mich für verrückt halten.« Und so antwortete er den Fragenden: »Heute ist der fünfundvierzigste.«
»Aber, Hodscha, ein ganzer Monat hat doch nur dreißig Tage, und du sprichst uns vom fünfundvierzigsten.«
Der Hodscha sagte: »Ich habe euch nicht vielleicht leichtfertig geantwortet; wenn ihr euch an die Zeitrechnung des Topfes hieltet, so hätten wir heute den hundertundfünfundzwanzigsten.«