DEm Hodscha wurde ein Mann vorgeführt, um verhört zu werden. Der Hodscha ließ ihn auf die Folter spannen und ihn schließlich an den Armen aufhängen; dabei sagte er immerfort zu ihm: »Gesteh doch.«

Endlich wurde er der Sache überdrüssig und ließ ihn abnehmen; da schrie der gefolterte: »Noch einen Augenblick, und ich hätte alles gesagt.«

Trotzdem ließ ihn der Hodscha ruhig weggehn.

[248.]

MAn führte dem Hodscha, der damals Kadi war, einen Mann vor und sagte, um ihn zu verklagen: »Er hat eine Katze besprungen.« Da Zeugen dafür da waren, war ein Leugnen unmöglich. Der Hodscha aber fragte ihn: »Wie hast du sie denn genommen?«

»Ich habe, du weißt schon, was ans Pförtchen gebracht und habe mir, indem ich sie bei den Pfoten hielt, den Eintritt erzwungen; es ist so gut gegangen, daß ich es zweimal habe wiederholen können.«

»Wahrhaftig,« schrie der Hodscha, indem er ihn voll Bewunderung anblickte, »du bist wahrhaftig mein Meister in diesem Spiele; hab ichs doch schon mehr als dreißigmal so wie du versucht, ohne daß es mir auch nur einmal gelungen wäre.«

[249.]

MAn brachte zwei Krüge zum Hodscha, der eine voll Sesamöl, der andere voll Urin; zugleich führte ihm die Scharwache zwei Männer vor, deren jeder behauptete, das Öl gehöre ihm, und es handelte sich darum, es einem von den beiden zuzusprechen.

Der Hodscha befahl: »Sie sollen beide ihr Wasser ablassen und zwar in verschiedene Gefäße; den Krug mit Öl soll dann der haben, der Öl pißt.«