[295.]

EInes Tages erging sich der Hodscha mit seinem Amad; sie kamen aber am Abende nicht nach Hause, sondern verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Der Hodscha fragte den Amad: »Wem hast du deine Frau für die heutige Nacht zu hüten gegeben?«

Der Amad antwortete: »Dem Softa, Alter.«

Der Hodscha fuhr fort: »Und wem hast du die Tugend des Softas zu hüten gegeben?«

[296.]

DEr Hodscha wanderte einmal mit einem großen Sacke voll Joghurt auf dem Rücken, und der Joghurt wiegte sich in dem Sacke von der einen Seite auf die andere; endlich schrie der Hodscha: »Bleib du ruhig dahinten; sonst sollst du mit meinem Menschenpflanzer Bekanntschaft machen.«

Der Joghurt antwortete nichts, hörte aber auch nicht auf, sich zu wiegen. Unverzüglich warf sich der Hodscha auf den Sack, machte ein Loch hinein und versenkte darein den besagten Menschenpflanzer. Als er ihn dann wieder herauszog, sah er, daß er voller Joghurt war, und da schrie er: »Wahrhaftig, du warst schon in Löchern genug; aber mit einem weißen Kopfe bist du noch nie herausgekommen!«

[297.]

ZUfällig kam einmal der Hodscha vorbei, als ein Jude mit erhobenen Händen Gott um einen Regen anflehte; es regnete aber keineswegs. Da wandte sich der Jude zum Hodscha und sagte zu ihm: »Bete auch du; nach dem, wessen Gebet einen Erfolg haben wird, werden wir sehn, wer der wirkliche allmächtige Gott ist, der deinige oder der meinige.«

Der Hodscha hob die Hände zum Himmel und betete. Und alsbald grollte der Donner, zuckten Blitze hernieder und begann ein starker Regen zu fallen. Der Hodscha entfloh und trachtete sich eiligst unter einem Felsen zu verbergen; aber das Wetter schlug auch dort hinein und ging über den Hodscha nieder.