Da schrie er: »Herr Gott, du hast mein Gebet schlecht verstanden; warum nähmest du dir sonst die Mühe, das Gewitter bis unter diesen Stein zu schicken, wo doch der Jude draußen steht?«

[298.]

EInes Tages ging der Hodscha weg, und nachdem er eine Zeitlang gewandert war, fand er nicht mehr nach Hause; da begegnete er einem Manne und den fragte er: »Bruder, hast du mein Haus gesehn?«

Der Mann antwortete: »Ich habe einen grobknochigen Derwisch gesehn, der es wegtrug; wenn du mit mir gehn willst, so wollen wir ihn aufsuchen.«

Der Hodscha glaubte es und kam sogar auf den Verdacht, es handle sich um einen Greis, der Baba-Sultan genannt wurde. Er machte sich alsbald auf den Weg zu diesem Biedermanne; als er ankam, fand er ihn im Hofe seines Klosters. Er fragte ihn: »Hast du mein Haus gesehn?«

Der Alte antwortete: »Man hat es hiehergebracht; dann ist es aber wieder zurückgeschickt worden.«

Der Hodscha wollte unverzüglich aufbrechen, aber die Derwische ließen ihn nicht weg: »Bleib bei uns heute Nacht,« sagten sie; »morgen früh gehst du dann.«

Während er nun schlief, schnitten sie ihm Haare und Bart. Er stand noch in der Dämmerung auf und ging weg, ohne etwas bemerkt zu haben; als er aber auf seinem Wege zu einem Brunnen kam, betrachtete er sich im Wasser und da erkannte er sich nicht wieder.

»Diese Schufte,« schrie er, »sie haben mich gegen einen Kalender vertauscht, den sie an meiner Statt ins Bett gelegt haben!« Und als er heimkam, sagte er zu seiner Frau: »Weib, man hat mich mit einem Kalender verwechselt; hast du keine Nachrichten von mir? Übrigens haben sie mir wenigstens, nach dem, was ich sehe, mein Haus zurückgebracht!«

[299.]