EInmal war der Hodscha Nasreddin in Arabien. Die arabischen Weisen gaben ihm ein Fest, und als das mitten im Gange war, legten sie ihm eine Streitfrage vor. Aber der Hodscha, der ihnen keine Antwort schuldig bleiben wollte, sagte zu ihnen: »Wenn ihr mir die Fragen, die ich an euch richten will, beantworten werdet, werde auch ich euch Antwort geben; wenn nicht, so gehe ich, wie ich gekommen bin.«
Sie waren damit einverstanden, und nun sagte der Hodscha: »Wißt ihr, warum die Fische Reißaus nehmen beim Anblicke des Menschen, und warum die Sterne entfliehn, wenn die Sonne erscheint? Das sind meine Fragen.«
Die Araber fanden keine Lösung und erkannten seine Überlegenheit an.
DEr Hodscha beobachtete eines Tages einen Mann, wie er eine Summe Geldes irgendwo versteckte. Als sich der Eigentümer entfernt hatte, bemächtigte sich der Hodscha des Geldes; der Eigentümer hatte ihn aber bemerkt und verfolgte ihn. Der Hodscha flüchtete sich in eine Moschee, aber der andere lief ihm auch dorthin nach. Der Hodscha stieg aufs Minaret und der andere stieg auch hinauf. Als schließlich der Hodscha sah, daß er ihm nicht entwischen konnte, stürzte er sich von oben herab und erwachte augenblicklich; denn er hatte das alles nur geträumt.
EIn Baderjunge hatte sein Schermesser verloren; weinend und das Gesicht in den Händen verborgen lief er herum und schrie: »Ach, das Schermesser! Ach, das Schermesser!«
Der Hodscha, der dabei war und das hörte; sagte sich: »Zweifellos hat man diesem Diebe die Nase abgeschnitten!«