EInes Tages saß der Hodscha daheim bei seiner Frau; traurig betrachtete er ihre geheimen Reize, und endlich sagte er: »Frau, was ist das? ich sage ihms zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male: ich verstoße dich.«

»Was sagst du da?«

»Geht es denn nicht an, daß ich mich auf diese Weise dessen, was mir an dir am meisten mißfällt, entledige?«

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DIe Frau des Hodschas Nasreddin war krank; nach drei oder vier Tagen der Pflege fühlte er, daß ihn seine Kräfte verließen, und er sagte zu ihr: »Steh auf, meine Liebe, oder laß mich etwas essen gehn.«

Sie begann zu weinen und der Hodscha ging weg. Sie benutzte seine Abwesenheit und stand hastig auf; als er vom Bade zurückkam, fand er das Haus gekehrt, das Mahl bereitet und die Betten aufgeschüttelt. Seine Frau, die alles in Ordnung gebracht hatte, ruhte aus. Als er sie sah, lehnte er sich an die Tür, die Hände schlaff und den Kopf schwankend, und schrie: »Ach, jetzt ist sie tot! O meine lieben Knäblein, o meine lieben kleinen Mädchen, jetzt könnt ihr nicht mehr geboren werden!«

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ALs die Frau des Hodschas einmal allein war, entblößte sie sich, betrachtete sich und sagte: »Ach, du mein teuerer Schatz, warum habe ich nicht drei solche wie du! was für eine herrliche Sache wäre das!«

Von ungefähr kam in diesem Augenblicke der Hodscha heim; er hörte alles und sah, an wen sie ihre Rede richtete. Er blieb draußen, entblößte sich gleicherweise und sagte weinend: »Was für Unheil hast du mir schon auf den Hals geladen! wieviel Mißgeschick habe ich schon deinethalben erleiden müssen!«

Als die Frau draußen seufzen hörte, sah sie nach und fand, daß es der Hodscha war; und sie sagte: »Worüber jammerst du denn?«