[61.]

DEr Hodscha stieg einmal auf seinen Esel und ritt in seinen Garten. Als er nun wegen eines kleinen Bedürfnisses abseits gehn mußte, zog er seinen Pelz aus und legte ihn auf den Sattel des Esels. Da kam ein Dieb, packte den Pelz und entwich.

Der Hodscha kam zurück und sah, was geschehn war; unverzüglich nahm er dem Esel den Sattel ab, um ihn sich selber aufzulegen, gab dem Esel einen Peitschenhieb und sagte: »Gib mir meinen Pelz wieder, und ich gebe dir deinen Sattel.«

[62.]

EInes Tages ritt er wieder auf seinem Esel aus. Wieder mußte er ein Bedürfnis befriedigen und wieder legte er seinen Pelz auf den Esel. Ein Mann, der ihn beobachtet hatte, packte den Pelz und wollte damit weglaufen. In diesem Augenblicke begann der Esel zu brällen.

»Du magst schreien und brällen,« sagte der Hodscha, »nützen wird es nichts.«

Der Dieb aber, der das hörte, legte in der Meinung, der Hodscha habe ihn gesehn, eiligst den Pelz wieder hin und entlief.

[63.]

DEr Hodscha hatte seinen Esel verloren und er erkundigte sich um ihn. Da sagte einer: »Ich habe ihn dort und dort als Kadi gesehn.«

»Das wundert mich gar nicht,« sagte der Hodscha; »denn wann ich Unterricht erteilte, spitzte er immer die Ohren dorthin, wo er mich sprechen hörte.«