DEr Hodscha lag einmal in der Nacht im Bette, als er auf dem Dache einen Dieb gehn hörte. Da wandte er sich zu seiner Frau und sagte zu ihr: »Als ich an einem der letzten Tage ins Haus wollte, habe ich ein Gebet gesprochen, die Mondstrahlen gefaßt und mich daran sanft heruntergelassen.«

Der Dieb auf dem Dache hörte diese Rede. Alsbald sprach er, wie der Hodscha gesagt hatte, ein Gebet und faßte die Mondstrahlen; und er fiel in die Hütte hinunter. Der Hodscha stand auf, packte ihn am Kragen und rief seiner Frau zu, sie solle ein Licht anzünden.

Nun sagte der Dieb: »Gemach, Effendi; dank deinem Gebete und meinem Witze werde ich dir wohl nicht so bald entlaufen können.«

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DEr Hodscha hatte einen alten Ochsen, dessen Hörner so weit voneinander abstanden, daß man hätte zwischen ihnen sitzen können; und so oft er ihn in der Herde sah, dachte er sich: »Wenn ich nur einmal zwischen seinen Hörnern sitzen könnte!«

Eines Tages legte sich nun der Ochs vor dem Hause nieder. Da sagte der Hodscha: »Die Gelegenheit ist da«, stieg ihm zwischen die Hörner und setzte sich nieder; aber der Ochs sprang auf und warf den Hodscha ab, und der blieb bewußtlos liegen. Sein Weib kam und er war noch immer bewußtlos; endlich kam er zu sich und er sah, wie sie weinte. Da sagte er: »Weine nicht, Weib; ich habe ja viel gelitten, aber ich habe mein Begehren gestillt.«

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EInmal schlich sich ein Dieb in das Haus; augenblicklich machte die Frau den Hodscha darauf aufmerksam. Aber der sagte: »Sei still; vielleicht läßt ihn Gott etwas finden, und das kann ich ihm dann nehmen.«

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