DIe Frau des Hodscha wollte eines Tages ins Bad gehn. Nun besaß er nicht mehr als einen einzigen Asper, den er vor seiner Frau versteckt hatte. Und da sagte er zu ihr: »Warte doch noch eine Weile; ich fühle mich gar nicht wohl und werde bald sterben.« Und mit einem Blicke in den Winkel, wo der Asper lag: »Dort liegt dann mein ganzes Geld.«
DEr Hodscha und seine Frau wollten einmal in einem Teiche ihre Wäsche waschen; sie waren gerade dabei, sie zu befeuchten und einzuseifen, als ein Rabe dahergeflogen kam, die Seife packte und wegflog. Die Frau rief: »Mann, komm, ein Rabe hat uns die Seife genommen.«
Aber der Hodscha sagte: »Schweig, Weib, das macht nichts, laß ihn sich doch waschen; er hat die Seife wahrlich nötiger als wir.«
DEr Hodscha und seine Frau machten einmal miteinander aus, daß sie ihre eheliche Pflicht alle Freitage erfüllen wollten; als sie nun darüber einig waren, sagte der Hodscha: »Aber wie werde ich mich denn bei meinen Geschäften daran erinnern?«
Die Frau antwortete: »Ich werde dir allwöchentlich deinen Turban auf den großen Schrank legen; dann weißt du, daß es Freitag ist.«
Eines Tages, es war aber kein Freitag, gelüstete es die Frau; augenblicklich legte sie den Turban auf den Schrank. »Aber,« schrie der Hodscha, »heute ist doch nicht Freitag!«
»Freilich ist heute Freitag,« antwortete die Frau.
Da sagte der Hodscha: »Das geht nicht so weiter; entweder wartet der Freitag auf mich, oder ich auf den Freitag.«