[174.]

EInes Tages schnitt der Hodscha im Gebirge Holz, und während er damit beschäftigt war, fraßen ihm die Wölfe seinen Esel. Als er nun ganz bekümmert ins Dorf zurückging, sah er einige Bauernkinder, die spielten; und er fragte sie: »Sagt, Kinder, spricht man im Dorfe davon, daß der Esel des Hodschas im Gebirge von Wölfen gefressen worden ist?«

»Nein,« sagten die Kinder, »das sagt man nicht.«

Und der Hodscha sagte: »O gäbe doch der Allmächtige, daß euere Worte wahr seien, daß euere Rede richtig sei!«

[175.]

EInes Tages ging der Hodscha ins Gebirge um Holz. An einer abschüssigen Stelle fiel ihm ein Baum auf und er sagte sich: »Wenn ich den da fällen kann, so brauche ich sonst keinen umzuschlagen.« Er begann auch sofort damit, nachdem er den Strick seines Esels um den Baum geschlungen hatte; als dann der Baum so ziemlich abgeschnitten war, ließ er den Esel geradeaus abwärts laufen, aber der Esel fiel und brach sich die Knochen. Als das der Hodscha sah, machte er sich voll Ärger und Kummer auf den Heimweg. Seine Frau fragte ihn, da sie den Esel nicht sah: »Was ist es denn mit dem Esel?«

Der Hodscha antwortete: »Ach, Weib, als ich ihn zuletzt gesehn habe, ist er seinen Weg gegangen; seither weiß ich nichts mehr von ihm.«

[176.]

EInes Tages sah der Hodscha Nasreddin eine Windmühle. So etwas hatte er noch nie gesehn, und so wandte er sich an einen Bauer mit der Frage: »Wie nennt man denn das?«

»Eine Windmühle.«