533.

Auf dem Bäharistan, (S. 83 der genannten Ausg.; Galland, S. 44) beruht wieder die Nr. 119 (Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; etwas anders Nawadir, S. 41): Buadems Frau (im Nawadir, Dschohas Sohn) ist schwer erkrankt, und Buadem läßt die Leichenwäscherin holen; als man ihm vorhält, daß doch die Kranke noch nicht tot sei, meint er, das tue nichts: wenn die Waschung beendigt sei, werde es auch mit ihr zu Ende sein, und so habe man wenigstens Zeit erspart. Vgl. auch eine Erzählung des Nuzhat al udaba, (Basset, Keleti szemle, I, S. 223, Nr. 25), wo Dschoha, der um einen Arzt für seinen Vater geschickt worden ist, gleich den Leichenwäscher mitbringt, weil usw. usw.

534.

Ebenso geht auf das Bäharistan, (S. 75 ff.; Galland, S. 36) die Nr. 120 (Kroatisch, S. 61) zurück: Buadem kommt zu einem Lehrer, dem er etwas aufzubewahren gegeben hat, und bittet, ihm das auszufolgen; er wird ersucht, bis zum Ende des Unterrichts zu warten. Da nun der Lehrer beim Unterrichte fortwährend mit dem Barte wackelt, sagt ihm Buadem, er solle nur um das Depot gehn; das Bartwackeln werde inzwischen er für ihn besorgen[25]. In der Fassung des Nawadir, (S. 41) ist der Lehrer durch einen Kadi ersetzt.

535.

Eine ziemliche Verbreitung hat die 121. Geschichte von Buadem (Serbisch, S. 94; Kroatisch, S. 61; Nouri S. 117; Nawadir, S. 41): Auf die Frage, wie viel Dumme es in seiner Heimat gebe, antwortet Buadem, das wisse er nicht, die Gescheiten aber könne er sofort herzählen. Schon Bar-Hebraeus erzählt sie mit der Lokalisierung in Emesa oder Homs, einem der vielen Schilda des Orients (Budge, S. 158, Nr. 630; ins Deutsche übersetzt von L. Morales in der Zeitschr. d. D. Morgenl. Ges., XL, S. 419). Bahlul ist ihr Held im Bäharistan, (S. 74; Galland, S. 34); ebenso steht sie bei Cardonne, II, S. 119 (deutsche Ausg. S. 242) und Herbelot, I, S. 524; nach Herbelot erzählen Flögel, S. 172, Nick, I, S. 141 und Doran, S. 68. Vgl. weiter Chauvin, VII, S. 126[26].

Von den 29 Stücken, die Murad Efendi, in Reime gebracht hat, ist uns die Mehrzahl schon bei den nach andern Fassungen gebrachten Schwänken begegnet; hier mögen noch die Inhaltsangaben der Gedichte, zu denen ich Parallelen nachweisen kann, samt diesen folgen.

536.

Murad, Nr. 2: Nasreddin, der sich mit einem Nachbar, einem Geizhalse, nach einem Zwiste versöhnt hat, übernimmt die Beistellung des Friedensmahles, und auf dieses bereitete sich der Geizige durch ein längeres Fasten vor. Als er sich dann dazu einfindet, muß er Nasreddin erst zu den Einkäufen auf den Markt begleiten. Nasreddin fragt zuerst um gutes Weißbrot; da der Händler sein Brot, um es anzupreisen, mit Butter vergleicht, meint Nasreddin, es sei besser, sich gleich an die Butter zu halten. Die Butter wird nun als süß wie Öl gepriesen, und Nasreddin verzichtet auf sie zugunsten des Öls. Da weiter der Händler von seinem Öle sagt, es sei klar wie Wasser, sieht Nasreddin von jedem Einkaufe ab und bewirtet seinen Gast mit Wasser.

Dieselbe Geschichte, aber von einem Geizigen aus Basra und einem aus Kufa, bringt Hammer aus dem, wie er sagt, ursprünglich persischen, aber schon unter Murad II. ins Türkische übertragenen »Dschamiol Hikajat ve Lamiol-rivajat« im Rosenöl, II, S. 267 ff.; ebenso steht sie bei A. Certeux, Kebir-Chahà, in der RTP, III, S. 496b ff. Die anscheinend älteste Version, wo in der obigen Reihe Brot und Butter fehlen, steht bei Bar-Hebraeus (Budge, S. 113 ff., Nr. 439; Morales in der Zeitschr. d. D. Morgenl. Ges., XL, S. 416 ff.).