547.

Sehr hübsch ist folgende Geschichte bei Pann, S. 340: Als der Hodscha einmal sein Hemd flickt, bildet der Zwirn zufällig einen Knoten, und er merkt, daß die Näharbeit dadurch leichter von statten geht. Voll Stolz erzählt er allen Leuten, was für eine Erfindung er gemacht hat, erntet aber nur Spott.

Vgl. Eulenspiegel, Hist. 50 (Neudruck, Halle, 1884, S. 78 ff.; Dr. Thomas Murners Ulenspiegel, hg. v. Lappenberg, Leipzig, 1854, S. 73 ff. und 257) und Aug. Wilh. Schlegels Poetische Werke, Heidelberg, 1811, II, S. 278 ff.: Parabel vom Eulenspiegel und den Schneidern‚.

548.

Pann, S. 342 ff.: Im Kaffeehause bitten den Hodscha seine Freunde, eine Lüge zu sagen; er entgegnet aber mit trauriger Miene, sie hätten freilich leicht lustig sein, ihm sei aber sein Vater gestorben, und er habe kein Geld zum Begräbnis. Darauf gibt ihm jeder Geld und er geht mit einem hübschen Sümmchen fort. Bald darauf kommt der totgesagte Vater ins Kaffeehaus; auf die Vorwürfe seiner Freunde entgegnet Nasreddin, sie hätten ihn ja lügen heißen.

549.

Pann, S. 344 ff.: Ein Kaufmann gibt dem Hodscha irrtümlich Seife statt Käse. Als der Hodscha den vermeintlichen Käse ißt, stellt er fest, daß er anders als sonst schmecke; seine Frau, die ihm zusieht, sagt ihm, daß er eben Seife esse. Aber Nasreddin ißt ruhig weiter: der Kaufmann sei ein Ehrenmann, und was er bezahlt habe, werde er auch essen.

Ebenso essen im 24. Stücke der Märchen der Schluh von Tazerwalt, von Stumme, Leipzig, 1895 die Bewohner des Wad Draa Seife für Honig (Hartmann in der ZVV, VI, S. 269).

550.

Ein guter Schwank ist auch folgender (Pann, S. 346): Der Hodscha geht mit seiner Ziege auf den Markt, um dort ihre Milch zu verkaufen. Es kommt ein Kunde, und der Hodscha melkt die Ziege; da aber dem Kunden die Milch zu teuer ist, schüttet er sie der Ziege zurück in den Mund, damit sie wieder in die Euter fließe.