Die Prinzessin nahm einen Stock und prügelte Juvadi weidlich durch; dann jagte sie ihn wegen all dieser dummen Streiche aus dem Hause.
JUvadi hatte ein Gärtchen, und dort war ein einzelner Kirschbaum. Er pflegte ihn mit aller Sorgfalt, aber der Baum trug nicht eine einzige Kirsche. Eines Tages verlor Juvadi die Geduld und sagte: »Jetzt will ich diesen vermaledeiten Baum fällen, der nichts trägt.« Er fällte den Kirschbaum und machte ein Kreuz daraus; das pflanzte er in das Gärtchen. Er glaubte, wenn er zu Jesus Christus beten werde, werde ihm der alle Gnaden erweisen; aber er mochte heute beten oder morgen oder übermorgen, eine Gnade sah er niemals. Da packte er erbost das Kreuz, warf es zur Erde, daß es in tausend Stücke zersprang, und sagte: »Dich kenne ich schon, wie du noch ein Kirschbaum warst.«
MAn erzählt, daß Juvadi eines schönen Tages einen Gevatter besuchen gegangen ist. Der Gevatter, dessen Weib gerade Brot bereitete, sagte zu ihm: »Willkommen, Juva’; bleib bei uns und hilf uns das Brot bereiten.« Während die Frau in der Küche war, um das Essen zu kochen, ging Juvadi nachsehn, ob der Teig aufgegangen sei; er kam in eine Kammer, deren Wände überall Ritzen hatten, durch die der Wind einundausging, und sagte: »Da machen sie Brot und das Haus ist voller Löcher; aber ich will das in Ordnung bringen.« Er nahm den Teig und besserte alle Wände aus, indem er alle Löcher verschmierte. Als die Gevatterin diesen Schaden sah, begann sie zu schreien: »Um Gotteswillen, um Gotteswillen! was tust du? wenn mein Mann kommt, bringt er mich um.« Juvadi sagte ganz entrüstet: »Statt mir zu danken, weil das Haus löchrig war, gibst du mir böse Worte.« Und er entwich.
EInmal ging Juvadi eine Gevatterin besuchen. Als sie ihn sah, sagte sie vergnügt: »Willkommen, Gevatter; es wird mir eine Freude sein, wenn du heute Morgen bei mir bleibst. Gib mir acht auf das Kindchen, das ich niedergelegt habe, und ich verrichte indessen die häusliche Arbeit.« Juvadi nahm das Kind; da er sah, daß sein Kopf ganz weich war, nahm er eine Nadel und stach hinein, so daß das Gehirn heraustrat. Und er sagte: »Madonna mia! da hat das Kind ein Geschwür und niemand denkt daran.« Als die Mutter das Kind tot sah, war sie ganz weg vor Schmerz und schrie: »Mein ... Kind ... mein ... Kind, ich habe dich einem Tölpel anvertraut.« Juvadi sagte: »Für mein gutes Werk erhalte ich einen schlechten Lohn.« Und er ging.
EInes Tages ging Juvadi hinaus, stieg auf einen Felsen, begann zu pissen und sagte zu den einzelnen Bächlein: »Du gehst dorthin, du dahin, du gehst rechts und du gehst links.« Eine Bande von Räubern, die unter dem Felsen waren und viel Silbergeld teilten, hörten ihn so reden; sie glaubten, die Häscher seien da, und entflohen. Juvadi stieg hinab, nahm alles Silber und kehrte, mit Geld beladen, heim.