Auf dem Wege begegnete er einem Manne, der auch einen Sack trug, und zu dem sagte er: »Freund, was trägst du da in dem Sacke?« Der antwortete: »Ein Schwein.« Juvadi sagte: »Wollen wir tauschen?« Der Unglückselige sagte: »Ja«, und sie tauschten. Juvadi ging zu seiner Mutter nach Hause und sagte zu ihr: »Mutter, bring einen Kessel, damit wir das Schwein abbrühen. Schließ die Tür; ich muß einen Botengang machen.« Und er ging zu dem, dem er den Sack mit dem Toten gegeben hatte, und sagte zu ihm: »Was hast du getan? jetzt gehe ich zum Richter und zeige dich an.« Der andere sagte unter Tränen: »Sag nichts; ich gebe dir fünfzig Dukaten.« So nahm Juvadi den Toten und die fünfzig Dukaten. Dann ging er zu der Tür der Mönche, stellte den Toten auf die Füße und läutete an; der Sakristan öffnete die Tür von innen und der Tote fiel nieder. Der Sakristan sagte: »Steh auf! steh auf! was ist dir geschehn?« Juvadi kam hervor und sagte: »So also werden die Leute umgebracht?« Der Sakristan sagte: »Sag nichts; ich gebe dir fünfzig Dukaten.« Und Juvadi: »Wenn du willst, daß ich nichts sage, mußt du mir fünfzig Dukaten, eine Mönchskutte und den Toten geben.« Juvadi nahm den Toten, zog ihm die Kutte an, steckte ihm eine Pfeife in den Mund, setzte ihn auf den Abtritt der Mönche und kauerte sich nieder. Es kam der Guardian, um ein Bedürfnis zu verrichten; da fand er den, der dort saß, und er sagte: »Steh auf; ich muß ein Bedürfnis verrichten.« Dann packte er ihn und stieß ihn, und der fiel nieder. Der arme Guardian sagte: »Auf! auf! was habe ich dir denn getan?« Juvadi kam hervor und sagte: »So also werden die Leute umgebracht? jetzt gehe ich zum Richter und sag ihms.« Erschrocken sagte der Guardian: »Sei barmherzig und sag nichts; ich gebe dir hundert Dukaten, und wir begraben ihn.« Juvadi nahm die hundert Dukaten und sie legten den Toten ins Grab. Dann ging Juvadi voll Fröhlichkeit mit den zweihundert Dukaten nach Hause und sagte zur Mutter: »Mutter, wie viel hat mir der Morgensänger eingebracht! Jetzt bin ich reich geworden!«
EInes Tages ging Juvadi um Reisig, und da fand er einen Eichenast mit Eicheln dran; den nahm er auf die Arme und trug ihn mit viel Achtsamkeit weg. Als er nahe beim Orte war, setzte er sich darauf wie auf ein Pferd und zog ihn so weiter. An einem Fenster des Königs stand die kleine Prinzessin, und die begann aus vollem Halse zu lachen. Juvadi sah sie an und sagte: »Du sollst schwanger sein von mir.« Alsbald wurde sie schwanger, und nach neun Monaten gebar sie ein Mädchen. Der König war darüber so aufgebracht, daß er den Rat zusammenrief und sagte: »Ratet mir, was ich mit der machen soll, von der diese Schande kommt; ich kann es gar nicht glauben, was sie sagen.« Der Rat antwortete: »Lassen wir alle Männer des Reiches kommen, und da werden wir sehn, wen es Babba ruft.« Da befahl der König, daß sich alle Männer in seinem Hause einfänden. So kamen seine Barone, Fürsten, Ritter, Bürger und Bauern; aber das Kind rief niemand Babba. Nur Juvadi, der nicht kommen wollte, war übrig geblieben; aber der König zwang ihn, zu kommen. Kaum hatte ihn das Kind gesehn, als es sich auch schon in seine Arme warf und ihn Babba nannte. Nun rief der König den Rat von neuem zusammen und sagte: »Was für eine Strafe soll die erhalten, von der diese Schande kommt?« Sie antworteten: »Schließen wir sie in ein Faß und rollen wir es einen Abhang hinunter.« So ließen sie ein Faß machen und die Königin legte einen Sack mit Feigen und Rosinen hinein; und sie schlossen die Prinzessin, ihre Tochter und Juvadi hinein und gingen es von einem Abhange hinunterstürzen. Als es rollte, sagte Juvadi: »Laß mich heraus, laß mich heraus; ich gebe dir Feigen und Rosinen.« Und er warf Händevoll Feigen und Rosinen aus dem Fasse. Das blieb in einer Ebene stehn; Juvadi zerbrach es und sie gingen heraus.
In der Nähe war eine Hexe, die lachte so heftig, daß ihr eine Halsgeschwulst, die sie hatte, verging. Darüber ganz glücklich, sagte sie zu Juvadi: »Was willst du? ich kann alles und tue dir gutes.« Juvadi antwortete: »Schaff mir ein Haus; denn wir haben keine Wohnung.« Die Hexe nahm eine Gerte, machte einen Kreis rundum und sagte: »Hier soll ein Palast werden mit aller Bequemlichkeit der Welt.« So wurde dort ein schöner Palast und Juvadi ging ganz vergnügt mit der Prinzessin und der Tochter hinein. Und die Prinzessin sagte zu Juvadi: »Du mußt noch behext werden, damit dir deine Dummheit ausgetrieben wird.«
EInes Morgens hatte die Prinzessin Juvadi verloren; sie schrie in allen Gemächern und fand ihn endlich an einem Fenster. Dort pustete er mit dem Munde und machte Bu, bu ... bu, bu ... bu. Sie schrie: »Was machst du da?« Juvadi antwortete: »Ich puste auf die Fliegen und Wespen da, damit sie nicht hereinkommen; sie könnten uns beißen und wir müßten sterben.«
JUvadi war wieder einmal verloren und die Prinzessin konnte ihn nicht finden. Am Tage darauf fand sie ihn, wie er mit einem Kuhschwanze in der Hand in die Luft starrte und Bu, bu ... bu, bu ... bu, bu pustete. Sie sagte: »Juva’, was machst du da?« Und Juvadi lachte aus vollem Halse: »Ich habe ein Wildschwein getötet, und dann ist ein Wind gekommen und hat mich in die Höhe gehoben; ich habe mich aber so kräftig gewehrt, daß mir beim Hinundherreißen der Schwanz in der Hand geblieben ist.«
EIn andermal sagte Juvadi: »Ich gehe in den Hühnerstall, Eier holen.« Er ging, nahm ein Messer, tötete alle Hühner und hängte sie ringsum an die Wände. Sie gingen ihn suchen, fanden den Schaden und schrien: »Warum hast du das getan?« Und Juvadi: »Ich bin ein Metzger geworden. Was wollt ihr?«