Wieder brachten die Bauern dem Hodscha einen Bescheid des Kadis und baten ihn, ihn ihnen vorzulesen. Er nahm die Schrift und sagte zu ihnen, als er die langen und die runden Buchstaben gesehn hatte: »Bringt dem Kadi Holz und viel weiße Zwiebeln.«
Die Bauern brachten auch das, und der Kadi war zufrieden. Er nahm alles und fragte sie: »Wer hat euch denn den Bescheid vorgelesen?« Und sie sagten, daß es der Hodscha Nasreddin gewesen sei.
Der Kadi ließ den Hodscha rufen und fragte ihn: »Verstehst du denn etwas von der Schrift?«
»Nein, ehrenwerter Kadi,« antwortete der Hodscha.
»O ja,« sagte wieder der Kadi, »du verstehst dich besser darauf als ich selber, da du so schön lesen kannst.«
EInmal hatte der Hodscha sein Haus ausgebessert, und es blieb ihm vor dem Hause ein Haufen Erde liegen. Als er nun von den Nachbarn gefragt wurde, wohin er diese Erde schaffen werde, antwortete er: »Nichts leichter als das; ich werde eine Grube machen und sie hineinwerfen.«
»Und was wirst du denn mit der Erde aus dieser Grube tun?«
»Ach, an eine so ferne Zukunft denke ich überhaupt nicht.«