EInmal ging Nasreddin nach Skutari. In der Nähe der Stadt sah er etliche Kinder, die miteinander spielten. Er trat zu ihnen und sie sammelten sich um ihn und fragten ihn: »Wohin, Herr?«
»In die Stadt da,« antwortete Nasreddin. »Aber wißt ihr, Kinder, sagt mir, was ich auf dem Markte kaufen soll, daß ich satt werde und dabei mein Geld behalte?«
Die Kinder antworteten ihm: »Da mußt du, Herr, ins Schlachthaus gehn, und dort kaufst du Ochsengedärm: das, was drinnen ist, ißt du und dann wäschst du die Därme gut aus und verkaufst sie. So kannst du dich ordentlich satt essen und bekommst noch Geld heraus.«
Als der Hodscha hörte, was die Kinder sagten, dachte er: Wahrhaftig, mir blüht in Skutari kein Weizen; wenn schon die Kinder so sind, wie werden erst die Erwachsenen sein! Es ist besser, ich mache mich davon.
Und damit ging er.
EInmal kam ein Türke zum Hodscha Nasreddin und bat ihn, ihm einen Brief zu schreiben; er wolle ihm gerne zahlen, was man gewöhnlich für einen Brief bezahle. Der Hodscha sagte: »Wem willst du den Brief schreiben lassen und wohin?«
»Meinem Sohne in Stambul,« antwortete der Türke.
Nasreddin fragte wieder: »Und welchen Preis soll ich dir für den Brief machen? ich habe nämlich drei Preise: billig, teuer und noch teuerer.«
»Du weißt, Hodscha, daß ich ein armer Mann bin; ich kann nicht viel zahlen: mach mir also den billigsten Preis, der überhaupt möglich ist.«