[347.] Nawadir, S. 4 (RTP, XVII, S. 92 ff.).

Fourberies, S. 18 ff.; Hartmann, S. 50.

Diese Fassung des weitverbreiteten Motives von der Vertauschung eines Toten gegen einen Hammel stimmt so ziemlich mit Fourberies, Nr. 21 überein. Seine anscheinend älteste Form steht in der Sprichwörtersammlung Maidanis (Arabum proverbia, I, S. 403) und ist in al Kaljubis Nawadir, übergegangen; sie lautet nach Bassets Übertragung in der RTP, XV, S. 41:

Man erzählt, daß Dschoha bei Tagesanbruch aus dem Vorraum seines Hauses gekommen und über einen Leichnam gestolpert ist, der dort lag; er warf ihn in einen Brunnen. Sein Vater zog den Toten, als er davon erfuhr, heraus und begrub ihn; dann erwürgte er einen Hammel und warf ihn in den Brunnen. Die Verwandten des Toten begannen die Straßen Kufas zu durchstreifen und nachzuforschen. Dschoha sah sie und sagte zu ihnen: »Der Leichnam ist in unserm Brunnen.« Sie gingen hin und ließen ihn hinabsteigen, damit er den Leichnam heraufbringe. Als er unten war, rief er: »Hatte der Tote Hörner?« Alle lachten und gingen weg.

Zu der arabischen Variante aus Tunis, die als Nr. 383 wiedergegeben ist, und zu ihrem augenscheinlich verdorbenen berberischen Gegenstücke, der Nr. 415, gibt es zahlreiche Parallelen, darunter, wie Basset bemerkt, noch eine Dschohageschichte bei Mornand, La vie arabe, Paris, 1856, S. 117, in die ebenso wie in die tunisische Erzählung das noch zu besprechende Motiv des Wurstregens verwoben ist, und eine von Abu Nuwas bei Pharaon, S. 182 ff.; von einem Ungenannten erzählt Rivière in dem Recueil de contes populaires de la Kabylie du Djurdjura, Paris, 1882 ff.: La tête d’un cheik,[16].

Das Motiv ist wie so viele andere mit Dschoha verknüpfte nach Sizilien übergegangen; man vergleiche die als Nr. 430 mitgeteilte Giufàerzählung samt ihren Varianten. Sicherlich auch dem Volksmunde nacherzählt ist die 21. Novelle Morlinis (meine Ausgabe S. 82 ff.), die bei Straparola die 4. Novelle der 8. Nacht bildet.

Um den Leichnam eines jungen Mädchens, der mit einer Ziege vertauscht wird, handelt es sich in zwei Versionen, die Cosquin, II, S. 182 ff. zitiert, einer afghanischen bei Thorburn, Bannú or Our Afghan Frontier, London, 1876, S. 207 ff. und einer indischen bei Minaef, Indeiskija skasky, St. Petersburg, 1877, Nr. 15; hierher gehören noch Swynnerton, S. 178 ff. und P. Sébillot, Contes de la Haute-Bretagne, Nr. 45 in der RTP, XII, S. 51 ff. Vgl. noch Clouston, Noodles, S. 152 ff., Böhm, Lettische Schwänke, S. 44 ff. und 117, Sébillot in der RTP, VII, S. 704 und Chauvin, VI, S. 126.

In einem Märchen bei Cosquin, II, S. 317 ff. erzählt ein Mann seiner Frau, um sich zu vergewissern, ob sie ihn an den Galgen bringen würde, er habe seinen Gesellen getötet und ihn im Walde verscharrt; die Frau plaudert, und die Obrigkeit erfährt von der Sache, und als an dem Platze im Walde nachgegraben wird, findet man den Kadaver eines Schweines. Unter den vielen Varianten, die Cosquin anführt, sind mehrere, wo der Mann mit dieser Täuschung der Frau den Zweck verfolgt, die Richtigkeit der einen der ihm von seinem Vater erteilten drei Lehren zu erproben; dazu vgl. Mussafia, Über eine altfranzösische Handschrift der k. Universitätsbibliothek zu Pavia, Wien, 1870, S. 68 und Köhler, II, S. 402 ff. Dieser Zug, in dem ich eine Reminiszenz an das Dschohamotiv Maidanis usw. sehn möchte, findet sich auch in den zahllosen Bearbeitungen des Motivs von dem besten Freunde, dem Hunde, und dem ärgsten Feinde, der Gattin, wovon hier nur das 124. Kapitel der Gesta Romanorum, (in Österleys Ausgabe) und das 423. Stück von Paulis Schimpf und Ernst, genannt seien, und schließlich rudimentär auch in den Geschichten von der Freundesprobe, wozu Chauvin, IX, S. 15 ff. zu vergleichen ist.

[348.] Nawadir, S. 6 (RTP, XVII, S. 94 ff.); Mardrus, S. 96 ff.; Fourberies, Nr. 4; Buadem, Nr. 100; Tréfái, Nr. 132; Serbisch, S. 87; Kroatisch, S. 58.

Vgl. Horn, S. 71, wo die Schnurre bei Zakani und in dem Mesnewi, von Dschelaleddin Rumi nachgewiesen wird; nach Dschami erzählt Clouston, Flowers, S. 80, nach dem Mesnewi, (zit. Ausg. S. 364 ff.) Kuka, S. 97 ff.