Auf dem Deiche.

Es ebbt. Langsam dem Schlamm und Schlick umher
Enttauchen alte Wracks und Besenbaken,
Und traurig hüllt ein graues Nebellaken
Die Hallig ein, die Watten und das Meer.

Der Himmel schweigt, die Welt ist freudenleer.
Nachrichten, Teufel, die mich oft erschraken,
Sind Engel gegen solchen Widerhaken,
Den heut ins Herz mir wühlt ein rauher Speer.

Wie sonderbar! Ich wollte schon verzagen
Und mich ergeben ohne Manneswürde,
Da blitzt ein Bild empor aus fernen Tagen:

Auf meiner Stute über Heck' und Hürde
Weit der Schwadron voran seh' ich mich jagen
In Schlacht und Sieg, entlastet aller Bürde.

Sizilianen.

Die Insel der Glücklichen.

Das Hängelämpchen qualmt im warmen Stalle,
In dem behaglich sich zwei Kühe fühlen.
Der Hahn, die Hennen, um den Sproß die Kralle,
Träumen vom wunderbaren Düngerwühlen.
Der Junge pfeift auf einer Hosenschnalle
Dem Brüderchen ein Lied mit Zartgefühlen.
Und Knaben, Kühe, Hühner lassen alle
Getrost den Strom der Welt vorüberspülen.

Souvenir de la Malmaison.

Die menschenblasse Rose legte ich
Auf deine kalten, überkreuzten Hände,
Und strich dein Haar zurück und pflegte dich,
Ob ich dein jubelnd Leben wiederfände.
Im Zimmer, irrgeflogen, regte sich
Ein Schmetterling, die alte Grablegende.
Dein Sarg schloß zu, der Kummer fegte mich
In fernes Land aus trostlosem Gelände.