Keinen sah ich. Nur im Dunkeln
Blinkte das erhellte Spiel
Der Fontäne, die mit Funkeln
Zwischen Busch und Bäume fiel.

Unruhvoll und doch beständig
Schien das silberne Getön
Wie ein lautes Herz lebendig
Durch die Brust der Nacht zu gehn.

Und ich fragte: „Warum rauschst du
Heute mir zum erstenmal?“ –
Und ich horchte: „Warum lauschst du
Heute mir zum erstenmal?

In das heiße Gold der Tage,
Stumm im Steigen, Lied im Fall,
Durch den Samt der Nächte trage
Stet ich den erregten Schwall

Meiner eignen Überfülle,
Und du, der mir nahe ruhst,
Wirst erst durch den Gruß der Stille
Unsrer Brüderschaft bewußt?

Hast du nie denn an der Schwelle
Des Erwachens wirr gefühlt,
Daß dir eine lautre Welle
Nächtens durch dein Herz gespült,

Daß mein Singen dich durchwebte
Und im Schlafe aufwärts schwoll,
Bis es Blut um Blute lebte
Und an deine Lippen quoll,

Bis als Lied der eingeengte
Schauer einer fremden Lust,
Die ein Traum in dich versenkte,
Wild aufbrach aus deiner Brust?

So in dein Geschick verflechte
Ich mir meines Lebens Spur,
Und bin doch im Kreis der Mächte
Eine leise Stimme nur,

Eines von den stummen Dingen,
Die dein Wesen zauberhaft
Und geheimnisvoll durchdringen,
Und von deren steter Kraft