Ein Stelldichein.

So war's auch damals schon. So lautlos
Verhing die dumpfe Luft das Land,
Und unterm Dach der Trauerbuche
Verfingen sich am Gartenrand
Die Blütendünste des Holunders;
Stumm nahm sie meine schwüle Hand,
Stumm vor Glück.

Es war wie Grabgeruch … Ich bin nicht schuld!
Du blasses Licht da drüben im Geschwele,
Was stehst du wie ein Geist im Leichentuch –
Lisch aus, du Mahnbild der gebrochnen Seele!
Was starrst du mich so gottesäugig an?
Ich brach sie nicht! sie tat es selbst! Was quäle
Ich mich mit fremdem Unglück ab …

Das Land wird grau; die Nacht bringt keinen Funken,
Die Weiden sehn im Nebel aus wie Rauch,
Der schwere Himmel scheint ins Korn gesunken.
Still hängt das Laub am feuchten Strauch,
Als hätten alle Blätter Gift getrunken;
So still liegt sie nun auch.
Ich wünsche mir den Tod.

Ein Grab.

Das sind die Abende, die bleich verfrühten.
Die Georginen, die im Sonnenscheine
Wie rot und gelbe letzte Rosen glühten,
Stehn fahl, Rosetten aus verfärbtem Steine.
Der Nebel klebt an unsern Hüten.

Komm, Schwester. Dort der Zaun von Erz
Umgittert eine, die zu früh verblich.
Komm heim; mich friert. Sie liebte mich.
Sie hatte nichts vom Leben als ihr Herz;
Still tat sie wohl, still litt sie Schmerz.

Stiller Gang.

Der Abend graut; Herbstfeuer brennen.
Über den Stoppeln geht der Rauch entzwei.
Kaum ist mein Weg noch zu erkennen.
Bald kommt die Nacht; ich muß mich trennen.
Ein Käfer surrt an meinem Ohr vorbei.
Vorbei.

Die stille Stadt.