Mir bangt, wie einem bangt,
Der weiß, er wird gehenkt um sieben Uhr früh.
So, so bangt mir um dich – – –
Du bist mein Leben, es bangt mir um mich;
Du aber, du gehst deinen Weg von mir,
Nicht bangt vor meinem bangen Bangen dir,
Dem neuen Schicksal treibst du jach entgegen – – –
Und perlt mein Todesschweiß auf deinen Pfad hernieder,
Nimmst du's als Tau auf neuen Morgenwegen!

Ljuba.

Die da nicht kommen an deinen Tisch,
Die sind klüger als ich!
Die schützen sich!
Ich aber, gleich der Motte im Lichte,
Mache meinen Selbsterhaltungstrieb zunichte!
Ich will lieber in Licht und Hitze sterben,
Als gesichert um Anna oder Grete werben!
Die da nicht kommen an deinen Tisch,
Die sind dümmer als ich!
Sie schützen sich!

Was kann er für sie tun?!?

Was kann ich für dich tun?!?
Ich kann auf dem Spaziergang deinen Mantel tragen –
Ich kann dich, wie du gestern schliefest, fragen – –.
Ich kann, wenn man dir widerspricht, mit meinem Blicke sagen:
„Du hast recht, nur du!“
Ich kann, wenn du nicht da bist, bedrückt und kränklich sein – – – –
Ich kann vor Glück erbeben, trittst du ein – –.
Ich kann mein Opernglas dir leihen im Theater
Und Komplimente über seine Tochter machen deinem Vater.
Ich kann dir süße Mandarinen bringen.
Und manche kleine Aufmerksamkeit wird mir gelingen.
Mein Herz jedoch wird unerbittlich fragen, ohne zu ruhn:
„Was kann ich für sie tun?!?“


Wilhelm Arent.

Geboren am 7. März 1864 zu Berlin, wurde Schauspieler und gab, vielfach unter Pseudonymen, mehr als zwanzig Gedichtbücher heraus. Er ist in Berlin verstorben.

Das Weltgeheimnis.

Sie fanden ihn – von düstrer Falte
Durchfurcht die hohe Denkerstirn –,
Schlaff hing die Hand, die marmorkalte,
Verloht die heilige Glut im Hirn;