Sie brach sie doch und ging und sang
Ein müdes Lied mit müdem Mund,
Das überm abendschwarzen Sund
Im Wind verwehte und verklang.

Das Grab.

Ein frischer Hügel ist's, darauf
Drei rote Tulpen flammen.
Zwei schwarze Taxusstauden stehn
Und stecken die Köpfe zusammen.

Und tuscheln über ein weißes Kreuz,
Darauf mit Gold geschrieben
Ein Mädchenname, darunter ein
Spruch vom himmlischen Lieben.

Wer hat das junge Ding gekannt?
Wer zündete die drei roten
Flammen über ihr Bettlein an? –
Was kümmern mich die Toten.

Ich hab' zu Haus ein krankes Weib,
Der will ich drei Rosen bringen,
Drei rote Rosen, und will ihr leis
Ein Lied vom Leben singen.

Späte Rosen.

Jahrelang sehnten wir uns,
Einen Garten unser zu nennen,
Darin eine kühle Laube steht
Und rote Rosen brennen.

Nun steht das Gärtchen im ersten Grün,
Die Laube in dichten Reben.
Und die erste Rose will
Uns all ihre Schönheit geben.

Wie sind nun deine Wangen so blaß
Und so müde deine Hände.
Wenn ich nun aus den Rosen dir
Ein rotes Kränzlein bände,