Einer Frau.

Das dank' ich dir:
Ein Lächeln auf dem Munde,
Die Rosen da, und hier
Die leise Wunde.

Das dank' ich dir,
Ein Glück im Todeshauche:
Daß ich mich nicht vor mir
Zu schämen brauche.

Abendhimmel.

Tiefdunkelroter Scharlachschein
Versickerte an Wolkenreihn,
Die klar von Silber flossen.
Der Himmel war wie roter Wein.
Was mochte dort zu feiern sein?
Wer hat den Wein vergossen?

Geschenk.

Dies schick' ich dir, mein Liebling, zum Geburtstag.

Zwei weiße Tauben, deren weich Gefieder
In einem Tempel Indiens geleuchtet,
Und deren Kropf mit edlem Hanf gefüllt war,
Den braune Mädchen auf den Feldern pflückten.
Sie sangen leise, dachten an den Liebsten.
Sei diesen Tauben gut, sie sind wie Schneefall,
Bevor er noch die weiße Erde küßte,
Und ohne Makel, nimm sie auf die Schulter,
Beglücke sie an deiner Wang' zu schlafen,
Die weich und schneeig ist wie ihr Gefieder,
Und sich im Nest zu träumen in der Heimat.
Nimm Wischi und Schiwinda gütig auf.
In Simla waren sie der Liebe Götter,
Und alles Volk lag täglich auf den Knien
Und betete. Sie schnäbelten sich zärtlich.
Ich raubte sie, an deine Wange denkend.
Dies schick' ich dir, mein Liebling, heute früh
Durch einen braunen Boten, windbeflügelt
Und stumm, mit einem Körbchen morgenfrischer
Feuriger Küsse. Laß sie dir gut munden.