Ganz allein gelassen
In der bittern Nacht,
Wo der Wind die blassen
Weiden zittern macht,

Wo ein siecher Regen
Bös, sehnsüchtig rinnt,
An viel fremden Wegen
Bettler flüchtig sind,

Ruhn sie Wang' an Wange,
Wie Erlöste ruhn,
Keine Furcht kann bange
Ihrer Inbrunst tun.

Alles, was sie leiden,
Schlummert Haupt an Haupt –
Und die blassen Weiden
Stehn wie lenzbelaubt.

Liebe nur kann ewig sein.

Gottes Krallenhand zerreißt den kranken
Abendhimmel der verhaßten Stadt,
Aus der Sterne welken Rosenranken
Schüttelt er des Monds vergilbtes Blatt.

Jäh ist wie von fieberschweren Fäusten
Alles Licht der Straßen abgewürgt,
In den goldnen Augen seiner treusten
Türme sich das letzte Dunkel birgt.

Der Paläste fahles Glas erblindet,
Und der Park bricht taumelnd in die Knie,
Mit entseeltem Todesseufzer schwindet
Der zermalmten Plätze Melodie.

Und das Schlüpfrige verfemter Keller
Speit sein krüppelhaftes Krächzen aus –
Gottes Heilandshand bedeckt mit schneller
Zärtlichkeit das letzte Vorstadthaus.

Wird zum Streicheln über der Ruine
Einer Schädelstätte, die ihn rührt,
Daß zum Aufgang seiner Liebesmiene
Eines Segnenden Gebärde führt.