Telegramm.

Pera, den 12. September 1915.

Der Kaiserliche Botschafter an Auswärtiges Amt.

Bereits vor einiger Zeit hat die Kaiserliche Botschaft wegen der Anstalten des Deutschen Hilfsbundes wiederholt Schritte bei der Pforte getan mit folgendem Ergebnis:

Pfarrer Ehmann drahtete am 10. September aus Mamuret:

„Die Witwen- und Waisenarbeit mit über 450 Pfleglingen ist bis jetzt ohne ernste Störungen fortgesetzt worden. Sämtliche Schulgebäude und ein Waisenhaus sind seit sechs Monaten mit Militär belegt, der Schulbetrieb ist daher eingestellt. Mehr als die Hälfte des Lehrpersonals hier; Tagesschüler mit den Familien sind größtenteils ausgewiesen. Die Wiedereröffnung unserer Schulen in früherem Umfang mit türkischer und deutscher Unterrichtssprache wäre erwünscht.“

Das Kaiserliche Konsulat in Aleppo drahtete unterm 7. September:

„Die Anstalten in Marasch werden weiter betrieben; das deutsche und armenische Personal sowie die Schüler bleiben.“

Was Harunijeh betrifft, so gab der Minister des Innern Anfang August den Befehl, die deutschen Waisenanstalten in keiner Weise zu belästigen. Auf meine diesbezügliche telegraphische Anfrage hat das Kaiserliche Konsulat in Adana noch nicht geantwortet.

Hohenlohe.