Am 11. Juli, Sonntag Nacht, wurde das Massaker der armenischen Bevölkerung mit Gewehrschüssen eingeleitet, die Türken behaupteten, daß einige Armenier den Versuch gemacht hätten, sich nach Sassun durchzuschlagen.

Einigen wohlhabenden Armeniern wurde auf dem Konak eröffnet, daß sie in drei Tagen mit der gesamten Bevölkerung die Stadt zu verlassen hätten, aber all ihre Habe, die nunmehr der Regierung gehöre, zurücklassen müßten.

Ohne den Ablauf dieser Frist abzuwarten, begannen die Türken schon nach zwei Stunden in die armenischen Häuser einzudringen und zu plündern.

Montag, den 12., hielt das Geschütz- und Gewehrfeuer den ganzen Tag an; die türkische Bevölkerung nahm daran teil.

Am Abend drangen Soldaten in das Mädchenwaisenhaus ein, um nach versteckten Armeniern zu suchen.

In der Nacht und am folgenden Tage wurde noch viel geschossen. Beim Versuch, das Hoftor zu schließen, wurde eine Frau und ein Waisenmädchen neben der Schwester Johansson durch Kugeln getötet.

Mittwoch früh begab sich die Genannte zum Mutessarrif Servet Bey, um Schutz und Schonung für die Anstalt und ihre Insassen zu erlangen.

Der Mutessarrif, ein intimer Freund von Enver Pascha, gebärdete sich wie ein Rasender und lehnte die Bitte schroff ab trotz des Zuredens aus seiner Umgebung; es wurde den beiden Schwestern nur gestattet, drei Mädchen und einen Diener zu behalten.

Die männliche armenische Bevölkerung ist gleich vor der Stadt umgebracht worden; die Frauen, Mädchen und Kinder hat man noch eine Tagereise weiter geschleppt und dann beseitigt. Nur drei armenische Lehrerinnen vom Waisenhause sind später freigelassen worden.

Nach Räumung der Stadt wurde das armenische Viertel in Brand gesteckt und dem Erdboden gleich gemacht; ebenso die armenischen Dörfer.