In anderen Gegenden scheint die Islamisierung keinen weiteren Erfolg gehabt zu haben; doch wurde z. B. berichtet, daß in Konia eine Anzahl Armenier (25) bereit waren, überzutreten.

Es ist anzunehmen, daß in vielen Fällen die Behörden, um nicht den Zweck der Armenieraustreibungen, Vernichtung der Männer und Konfiszierung des armenischen Eigentums, zu vereiteln, den Massenübertritt hinderten bzw. die Übergetretenen trotzdem verschickten.

Auf die Islamisierung der Armenier in Hadjin und Umgegend (Wilajet Adana) bezieht sich ein Bericht der Schwester Didsun vom 15. November. Aus Adana selbst berichtet der Konsul Büge unter dem 21. Oktober:

„Der Direktor des türkischen Waisenhauses hat den christlichen Zöglingen erklärt, daß sie entweder zum Islam übertreten oder das Haus verlassen müßten. Die Mädchen verließen das Haus, ebenso ein Teil der Knaben, von denen 14 zurückblieben, die vermutlich islamisiert wurden. Der Direktor hatte den Kindern erklärt, daß in einem osmanischen Waisenhause die christliche Religion keinen Platz hätte; das Beten wurde ihnen untersagt.“

Hier in Konstantinopel sollen bis jetzt unter dem Druck der Verhältnisse 20 Armenier übergetreten sein; angeblich namentlich solche, die in Anatolien begütert sind und durch den Übertritt ihr Vermögen zu retten suchen.

Mordtmann.

218.

Kaiserlich
Deutsche Botschaft.

Pera, den 23. Dezember 1915.