Der Beauftragte des amerikanischen Konsulats, welcher im Einverständnis mit der türkischen Regierung vor kurzem zur Verteilung von Notstandsgeldern an die verschickten Armenier ausgesandt wurde, ist zurückgekehrt und berichtet folgendes: Er hat in Rakka 20000 Kilo Getreide angekauft, die durch den Vertreter der amerikanischen Süßholzgesellschaft gemeinsam mit 2 türkischen Beamten zu verteilen sein werden, und hat 4500 Ltq. verteilt, indem er persönlich jedem einzelnen der 600 Verschickten wenigstens eine Viertelpfundnote, zum Teil mehr, ausgehändigt hat. Trotzdem ist er der Ansicht, daß ein sehr großer Teil davon dem Hunger und der Entbehrung erliegen muß. Denn es herrscht jetzt nicht nur unter den Armeniern, sondern auch unter der Bevölkerung von Rakka selbst Hunger, so daß die Verteilung von Nahrungsmitteln durch die Regierung an die Vertriebenen fast ganz aufgehört hat. 160–175 Kilo Weizen kosten 500 Piaster Hartgeld oder nicht ganz das Dreifache in Papiergeld, so daß also ein Kilo Weizen auf ungefähr 2 Mk. zu stehen kommt. Die Vertriebenen wohnen dicht gedrängt. Ihre Kleidung ist zerlumpt, Typhus ist unter ihnen ausgebrochen, so daß die Zahl der täglichen Todesfälle gegenwärtig 20 beträgt.
An manchen Stellen des Weges werden die Reste der Armenier zu Straßen-, Brücken- und Häuserbauten verwendet, so:
in Nahr Dahab (35 km vor Aleppo)
172
in Der Hafir (50 km „ „ )
180
Meskene
600
außer denen in der Nähe noch 300 Unbeschäftigte im elendesten Zustande vorhanden sind,