Berlin, den 20. Juni 1917.
Seiner Hochwohlgeboren Herrn Geheimrat von Rosenberg, Auswärtiges Amt.
In der Anlage überreiche ich Ihnen die Abschrift eines Briefes, der mir aus Angora zugegangen ist. Ich würde es für gut halten, wenn man die Türkei doch wissen lassen würde, daß diese Art des Auftretens den türkischen Interessen in Deutschland schädlich ist.
Erzberger, Mitglied des Reichstags.
353.
Auswärtiges Amt.
Berlin, den 25. Juni 1917.
Nach dem auszugsweise hier beigefügten, dem Abgeordneten Erzberger zugegangenen Schreiben des Dr. David in Angora gibt das Verhalten der dortigen Behörden gegenüber den katholischen Armeniern neuerdings zu Besorgnissen Anlaß. Nach Dr. Davids Ansicht ist es auf Zwangsbekehrungen abgesehen; möglicherweise werden auch neue Austreibungen beabsichtigt, die sich durch militärische Gründe nicht würden rechtfertigen lassen.
Euere Exzellenz bitte ich, die türkische Regierung auf die Vorgänge in Angora aufmerksam zu machen und die Erwartung auszusprechen, daß sie die dortigen katholischen Armenier vor Zwangsbekehrungsversuchen und anderen Verfolgungen der Ortsbehörden schützen wird.