Vom Schwarzen Meer bis nach Syrien ist die Predigt des Evangeliums verstummt, ausgenommen in den deutschen Anstalten. Die protestantischen Gemeinden sind vernichtet. Ihre Prediger, bis auf einzelne Ausnahmen (vielleicht 4 bis 5), getötet. Ihre Kapellen und Schulen weggenommen, geschändet oder zerstört. Dasselbe gilt von den katholischen und altarmenischen Gemeinden.

Den armenischen revolutionären Kreisen die Verantwortung zuzuschieben, ist ein Unsinn. Die haben vom türkischen Standpunkt aus gefehlt, nicht so vom armenischen aus. Die Nation als solche war nicht schuldig. Das weiß die türkische Regierung so gut wie jeder in diesem Lande. Für uns deutsche Missionare ist es unsagbar schwer, daß Deutschland von Christen und Muhammedanern als der Urheber der Greuel angesehen wird. Die Ansicht wird von türkischer Seite genährt und gestärkt. Bleibt dieser Vorwurf auf Deutschland haften, dann wird er auf Jahrzehnte hinaus das größte Hindernis deutscher Mission sein, sowohl den Christen wie den Muhammedanern gegenüber. Nachrichten aus türkischen oder turkophilen Kreisen sind entweder glatt abzulehnen oder mit größtem Mißtrauen zu behandeln. Wenn jemals diese Verfolgung untersucht werden sollte, so müßte von deutscher Seite darauf gedrungen werden, daß damit:

1. Unparteiische, unabhängige Männer beauftragt würden, die auch Verständnis für die religiöse Seite der Frage haben.

2. Den Armeniern, die zwangsweise zum Islam bekehrt wurden, muß Gelegenheit gegeben werden, den Übertritt rückgängig zu machen, und zwar dieses, ohne daß sie für Leib und Leben zu fürchten haben.

3. Die Verwandten derjenigen Kinder, die in muhammedanischen Häusern weilen, müssen das Recht haben, dieselben zurückzufordern.

4. Die gottesdienstlichen und Schulgebäude müssen zurückgegeben werden.

5. Das immobile Eigentum muß zurückgegeben oder der Wert ersetzt werden.

6. Den Armeniern muß die Auswanderung erlaubt sein.

7. Der christliche Gottesdienst darf nicht verhindert werden.