An Auswärtiges Amt, Berlin.

Wie das Konsulat Erzerum unter dem 24. April telegraphiert, ist der Aufruhr in Wan nach amtlicher Mitteilung unterdrückt[50]. Hierbei seien ungefähr 400 Armenier getötet worden, die übrigen seien nach Rußland entflohen.[51] Angeblich hätten sich auch Kurden am Aufstande beteiligt, um sich für die Hinrichtung ihrer Scheiche in Bitlis 1914 und die Bedrückung durch die Regierung zu rächen.[52]

Wangenheim.

36.

(Kaiserlich
Deutsche Botschaft.)

Telegramm.

Pera, den 28. April 1915.

An Deutsches Konsulat, Erzerum.

Eine Verwendung Ihrerseits für die Armenier wird darauf auszugehen haben, Ausschreitungen des Pöbels wie Massakres und Plünderungen zu verhindern und auf ein regelrechtes Verfahren gegen die politisch verdächtigen Personen hinzuwirken. Hierbei wäre der Schein, ab ob wir ein Schutzrecht über die Armenier ausüben und in die Tätigkeit der Behörden eingreifen wollen, zu vermeiden und dies eventuell auch den Behörden gegenüber zu betonen. Vertraulich: Die hiesigen Behörden haben dieser Tage mehrere Hundert armenische Notabeln verhaftet und nach Anatolien verschickt, angeblich weil sich Anzeichen für eine revolutionäre Bewegung gezeigt haben.