[61] In der Huth-Hs. fols. 154a-155c (Huth-Merlin II, Seiten 69-73) wird die Jugend Tors, seine Aufnahme in den Ritterstand an Artus' Hochzeitstage und Merlins Prophezeiung über ihn erzählt. Er wird als der Sohn eines Hirten namens Ares beschrieben. Fol. 173c (II, Seite 114) verkündet Merlin, daß Pellinor, nicht Ares, der Vater Tors sei. Tor li fils Ares wird oft auch Hestor li fils Ares genannt, vgl. z. B. den gegenwärtigen Text, Seite 88 Zeile 10 von unten. Neben Tor erwähnt der pseudo-Robert de Borron, allerdings nur in Hinweisen auf im Lancelot erzählte Ereignisse, Hector des Mares wie z. B. fol. 219d (II, S. 228) und fol. 224d (II, S. 240) oder Seite 9 der vorliegenden Ausgabe. Andererseits habe ich in verschiedenen Hss. des Vulgat-Zyklus, in dem Tor nie handelnd auftritt, seinen Namen mit dem Zusatz li fils Ares in den beliebten Aufzählungen von Ritternamen gefunden.

Ob, wie einige glauben, Tor li fils Ares und Hector li fils du roi Ban, gewöhnlich Hector des Mares genannt, beide natürliche Söhne ihrer Väter, ursprünglich ein und dieselbe Person waren, läßt sich aus dem soweit bekannten Material nicht entscheiden, ist aber durchaus nicht unmöglich.

[62] Sire Aglant, der hier erwähnt wird, tritt vorher weder in Hs. No. 112 noch in der Huth-Hs. auf. Die Bemerkung des schwarzen Ritters bezieht sich aber augenscheinlich auf etwas vorher Erzähltes. In der Huth-Hs. fols. 195b-196d (Huth-Merlin, II, Seiten 169-172) wird erzählt, daß Artus dem Könige Pellinor den Auftrag gibt, acht Ritter zu wählen, welche die acht erschlagenen Genossen der Tafelrunde ersetzen sollen. Pellinor nennt von den jüngeren Rittern: Gawain, Gifflet, Keu und entweder Tor oder Baudemagus, und vier von den älteren. In Bezug auf Tor und Baudemagus sagt er: "Or i metes chelui de ces deus qui mieus vous plaira, car certes li uns et li autres i seroit bien souffisans". [Et li rois Artus dist: "Le quel i metes vous?">[ Et li rois Pellinor respont: "Certes se jou i metoie le plus preu, a mon ensient, jou i meteroie Tor, car il en est mieus dignes de chevalerie". Die Huth-Hs. ist hier nicht vollständig, denn die in Klammern eingeschlossenen Worte sind eine Konjektur J. Ulrichs. Es ist möglich, daß entweder hier noch mehr ausgelassen worden ist als die Klammern enthalten, oder daß im Urtexte Artus seine Frage nicht an Pellinor, sondern an Aglant richtete. Das letztere scheint mir sehr wahrscheinlich zu sein, denn in der Huth-Hs. widerspricht sich Pellinor offenbar, wenn er erst erklärt, daß Tor und Baudemagus gleich würdig seien und nachher daß Tor der bessere Ritter sei. Im Munde Aglants würde diese Behauptung natürlicher erscheinen. Der pseudo-Robert de Borron erwähnt verschiedentlich Ritter an einer Stelle des Textes und nie wieder.

[63] Als Merlin in der Huth-Hs. fol. 123b (I, Seite 273) den Tod des Baudemagus durch die Hand Gawains prophezeit, wird nicht erwähnt, daß er die obigen oder ähnliche Worte zu Baudemagus sagte.

[64] So weit ich mich erinnern kann, ist in dem erhaltenen Teile der
Trilogie des pseudo-Robert de Borron nirgends die Rede von einer
Sünde, durch welche Gaheriet den Tod seiner Mutter (einer
Stiefschwester des Königs Artus) beschleunigt haben soll.

[65] Meine Ansichten über das Verhältnis Helie's und Robert's de Borron zueinander und über den Conte del Brait habe ich im XXXII. Bande der Zeitschrift f. rom. Philologie, Seiten 323-337 in dem Artikel: "Zur Kritik der Artus-Romane in Prosa" dargelegt. So weit mir bekannt ist, hat noch niemand meine Theorien widerlegen oder durch bessere ersetzen können, und nach nochmaliger Erwägung des damit in Zusammenhang stehenden Materials, bin ich noch ebenso überzeugt wie im Jahre 1908, daß E. Wechssler's Ansichten über den Conte del Brait nicht richtig sein können.

[66] Wenn später auf SS. LXXXIII-LXXXIV erzählt wird, daß Gaheriet bei La Roche aux Pucelles ankommt, wird weder Baudemagus noch diese Verabredung erwähnt, noch wird irgendwo anders erklärt, ob oder nicht, Baudemagus verhindert war, seinen Plan auszuführen. Der pseudo-Robert de Borron spricht oft von Dingen oder weist auf Ereignisse hin, die er nie wieder erwähnt.

[67] Vgl. supra Seite LXXV Note I.

[68] Da es in der Schrift des Schreibers der Hs. No. 112 nicht immer möglich ist u und n zu unterscheiden, ist nicht sicher, ob der Riese Aupatris oder Anpatris hieß. Dasselbe gilt von Baudon oder Bandon und einigen anderen Namen.

[69] Ob dieser Hinweis auf den Tod des Carados (Karacados in dem Livre d'Artus der Hs. 337 der Pariser National Bibliothek, welches ich gleichzeitig mit dem gegenwärtigen Beiheft als siebenten Band meiner Ausgabe des Vulgat-Zyklus in Washington D.C. veröffentliche) von dem pseudo-Robert de Borron herrührt oder ob derselbe von dem Schreiber der Hs. No. 112, der später dieses Ereignis erzählt, hinzugefügt wurde, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, das erstere ist jedoch ganz wohl möglich.