»Wenn des werthen Bhūmijo Meister solches sagt, solches lehrt, solches verkündet, dann freilich hat des werthen Bhūmijo Meister eben all den übrigen Asketen und Priestern gleichsam aufs Haupt geschlagen.«
Und Jayaseno der Königsohn bediente nun den ehrwürdigen Bhūmijo mit Speise von der eigenen Tafel.
Als nun der ehrwürdige Bhūmijo, nach dem Mahle, vom Almosengange zurückgekehrt war, begab er sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend erzählte nun der ehrwürdige Bhūmijo dem Erhabenen Wort um Wort das ganze Gespräch, {257} das er mit Jayaseno dem Königsohne geführt hatte. Nach diesem Berichte wandte sich dann der ehrwürdige Bhūmijo also an den Erhabenen:
»Hab’ ich nun, o Herr, mit solcher Antwort auf solche Frage wirklich die Worte des Erhabenen gebraucht und den Erhabenen nicht mit Unrecht angeführt und der Lehre gemäß geredet, so dass sich da kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen kann?«
»In der That hast du, Bhūmijo, mit solcher Antwort {258} auf solche Frage meine eigenen Worte gebraucht und mich nicht mit Unrecht angeführt und der Lehre gemäß geredet, so dass sich da kein entsprechender Folgesatz als ungehörig erweisen kann. — Wer da auch immer, Bhūmijo, als Asket oder als Priester falsch erkennt, falsch bedenkt, falsch redet, falsch handelt, falsch wandelt, falsch bemüht ist, falsch besonnen, falsch vertieft, und also etwa mit Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel unmöglich gewinnen; also etwa ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel unmöglich gewinnen; also etwa mit Hoffnung und ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel unmöglich gewinnen; also etwa weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil er, Bhūmijo, das Ziel gewinnen nicht von Grund aus versteht.
»Gleichwie etwa, Bhūmijo, wenn ein Mann, der Sesamöl begehrt, Sesamöl sucht, auf Sesamöl ausgeht, einen Trog mit Sand anfüllte und mit Wasser verrührte, verquirlte, verriebe; mag der auch also mit Hoffnung bemüht sein, Sesamöl kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also ohne Hoffnung bemüht sein, {259} Sesamöl kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also mit Hoffnung und ohne Hoffnung bemüht sein, Sesamöl kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung bemüht sein, Sesamöl kann er unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil er, Bhūmijo, Sesamöl gewinnen nicht von Grund aus versteht. Ebenso nun auch, Bhūmijo, können dergleichen Asketen oder Priester das Ziel unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil sie, Bhūmijo, das Ziel gewinnen nicht von Grund aus verstehn.
»Gleichwie etwa, Bhūmijo, wenn ein Mann, der Milch begehrt, Milch sucht, auf Milch ausgeht, eine Kuh, die gekalbt hat, am Horne zu melken begänne; mag der auch also mit Hoffnung bemüht sein, Milch kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also ohne Hoffnung bemüht sein, Milch kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also mit Hoffnung und ohne Hoffnung bemüht sein, Milch kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung bemüht sein, Milch kann er unmöglich gewinnen: und warum nicht? {260} Weil er, Bhūmijo, Milch gewinnen nicht von Grund aus versteht. Ebenso nun auch, Bhūmijo, können dergleichen Asketen oder Priester das Ziel unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil sie, Bhūmijo, das Ziel gewinnen nicht von Grund aus verstehn.
»Gleichwie etwa, Bhūmijo, wenn ein Mann, der Butter begehrt, Butter sucht, auf Butter ausgeht, Wasser in das Fass eingösse und mit dem Stämpel zu kernen begänne; mag der auch also mit Hoffnung bemüht sein, Butter kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also ohne Hoffnung bemüht sein, Butter kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also mit Hoffnung und ohne Hoffnung bemüht sein, Butter kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung bemüht sein, Butter kann er unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil er, Bhūmijo, Butter gewinnen nicht von Grund aus versteht. Ebenso nun auch, Bhūmijo, können dergleichen Asketen oder Priester das Ziel unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil sie, Bhūmijo, das Ziel gewinnen nicht von Grund aus verstehn.
»Gleichwie etwa, Bhūmijo, wenn ein Mann, der Feuer begehrt, Feuer sucht, auf Feuer ausgeht, ein feuchtes, leimiges Holzscheit mit dem Reibholze anzureiben begänne; {261} mag der auch also mit Hoffnung bemüht sein, Feuer kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also ohne Hoffnung bemüht sein, Feuer kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also mit Hoffnung und ohne Hoffnung bemüht sein, Feuer kann er unmöglich gewinnen; mag der auch also weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung bemüht sein, Feuer kann er unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil er, Bhūmijo, Feuer gewinnen nicht von Grund aus versteht. Ebenso nun auch, Bhūmijo, können dergleichen Asketen oder Priester das Ziel unmöglich gewinnen: und warum nicht? Weil sie, Bhūmijo, das Ziel gewinnen nicht von Grund aus verstehn.
»Wer da auch immer, Bhūmijo, als Asket oder als Priester recht erkennt, recht bedenkt, recht redet, recht handelt, recht wandelt, recht bemüht ist, recht besonnen, recht vertieft, und also etwa mit Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel doch wohl gewinnen; also etwa ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel doch wohl gewinnen; also etwa mit Hoffnung und ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel doch wohl gewinnen; also etwa weder mit Hoffnung noch ohne Hoffnung ein Asketenleben führt, kann das Ziel doch wohl gewinnen: und warum das? Weil er, Bhūmijo, das Ziel gewinnen von Grund aus versteht.